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Autobrände:Brennende Autos in Fürstenfeldbruck

Quelle: SZ-Grafik

  • In Fürstenfeldbruck ist in der Nacht auf Mittwoch erneut ein geparktes Auto in Flammen aufgegangen.
  • Der Range Rover war das elfte Fahrzeug, das seit dem 24. Juli von dem bislang unbekannten Brandstifter angezündet wurde.
  • Die Polizei hat nun eine Ermittlungsgruppe gegründet und eine Belohnung ausgesetzt.

Von Ariane Lindenbach

Diesmal erwischte es einen neuen Range Rover samt Anhänger. Der Wagen brannte komplett aus. Es ist das elfte Fahrzeug, das seit dem 24. Juli in Fürstenfeldbruck und einmal in Emmering einem bislang unbekannten Täter zum Opfer gefallen ist. Die Polizei geht davon aus, dass auch dieses Feuer zu der Serie von Brandstiftungen gehört. Die Ermittler schätzen allein den jüngsten Schaden bei dem Range Rover, den es in der Nacht zum Mittwoch erwischte, auf 100 000 Euro. Alle Autos seien bislang mehr oder weniger stark ausgebrannt, da sich manche Feuer auf benachbarte Fahrzeuge ausgebreitet hatten, der Gesamtschaden liegt nach Schätzung der Polizei bei etwa 300 000 Euro.

Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck hat die Ermittlungsgruppe "Autobrände" gegründet und ermittelt "mit Hochdruck", wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord sagte. Dazu gehört unter anderem, dass die Ermittler direkt nach Eingang des Notrufs mittels eines Polizeihubschraubers und zahlreichen Einsatzfahrzeugen nach dem Brandstifter suchten. Außerdem hat die Polizei eine Belohnung in Höhe von 2000 Euro ausgesetzt. Des weiteren wurde ein Fahndungs- und Präventionskonzept ausgearbeitet, das nun weitgehend im Hintergrund läuft. Aber auch die Präsenz der Polizei auf den Straßen wurde erhöht.

elfte Kfz-Brandstiftung,

Nur noch ein Häufchen Asche: Von dem in der Polzstraße geparkten Range Rover ist bis auf die Felgen nicht mehr viel übrig geblieben.

(Foto: Feuerwehr Fürstenfeldbruck)

Den Brand in der Polzstraße meldeten Anwohner in der Nacht auf Mittwoch gegen 2.30 Uhr. Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr waren zwar rasch vor Ort und löschten schnell, was noch übrig war. Doch der noch neue Range Rover brannte völlig aus. Da somit kaum Spuren gesichert werden konnten, lasse sich auch nicht sicher sagen, ob es sich tatsächlich um den selben Täter wie bei den früheren Fahrzeugbränden handele, erläuterte der Polizeisprecher. Vom Vorgehen her deute aber alles darauf hin, dass auch dieser Fahrzeugbrand von dem Unbekannten gelegt worden sei, betonte er.

Nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen benutzt der Täter einen Brandbeschleuniger. Diesen legt er auf einen Vorderreifen, zündet ihn an und verlässt den Tatort. Darüber, wie lange es vom Zünden des Brandbeschleunigers bis zu einem sichtbaren Brand am Auto dauert, konnte die Polizei nichts sagen. "Wir hoffen nach wie vor auf Hinweise aus der Bevölkerung", verwies der Polizeisprecher auf die ausgesetzte Belohnung.

Doch bislang habe es von den Fürstenfeldbruckern nur wenige Hinweise gegeben. Und die seien nicht hilfreich gewesen. Wer glaubt, im Zusammenhang mit den Bränden etwas Auffälliges beobachtet zu haben, der kann sich bei der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck (Telefon 08141/6120) oder jeder anderen Polizeidienststelle melden.

Die Eigentümer der ausgebrannten Fahrzeuge bleiben wohl auf ihren Kosten sitzen, wenn sie nur eine Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben. Auch bei einer Teilkasko-Versicherung können Versicherungsnehmer Pech haben, wenn der Brand als Sachbeschädigung eingestuft wird. Bei Vollkasko-Verträgen zahlt die Versicherung. Jedoch gibt es auch bei Teilkasko Spielraum, wie der DEVK-Berater Ertan Gürbüz betont: Bei den Brucker Kfz-Bränden zahle die Versicherung auch bei einem Teilkasko-Vertrag.

© SZ vom 01.09.2016/infu

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