Für 200 Millionen Euro Neue Fassade für das Hypo-Hochhaus

200 Millionen Euro gibt die Unicredit-Bank aus, um den HVB-Turm im Münchner Osten zu sanieren. Auch die Chefetage wird dort künftig untergebracht sein. Für die bisherige HVB-Zentrale gibt es auch einen Plan.

Von Alfred Dürr

Eines der markantesten Bauwerke der Stadt, ein Wahrzeichen Münchens, wird von Grund auf saniert und zu einem umweltfreundlichen "Green Building" umgestaltet. Bis 2017 will die Unicredit Bank das unter Denkmalschutz stehende und etwas ramponierte Hypo-Hochhaus aus dem Jahr 1978 vollständig renovieren.

Ein Wahrzeichen Münchens soll saniert werden - knapp 200 Millionen Euro will die Uni Credit Bank dafür ausgeben.

(Foto: dpa/dpaweb)

Doch nicht nur architektonisch erlebt der 114 Meter hohe Stelzenbau mit den flachen Bürokomplexen an der Basis eine deutliche Aufwertung. Der Vorstand der Bank zieht in den Hypo-Turm. Die bisherige Zentrale der HypoVereinsbank an der Kardinal-Faulhaber-Straße mit dem angrenzenden Palais Neuhaus-Preysing an der Prannerstraße wird verkauft.

Es ist ein gigantisches Projekt, das sich die Bank vorgenommen hat. Rund 200 Millionen Euro werden für die Sanierung des Hypo-Hochhauses ausgegeben. Damit investiere man in die Zukunft des Standortes München, sagt Heinz Laber, Vorstandsmitglied der Hypo-Vereinsbank und Aufsichtsratsvorsitzender der HVB Immobilien AG. Peter Weidenhöfer, zuständiger Vorstand der Immobilien AG, ergänzt: Man wolle alle Möglichkeiten nutzen, den Gebäudebestand zu optimieren, die Energiekosten zu reduzieren und die Bauten umweltfreundlich zu gestalten.

Das Hypo-Hochhaus, entworfen von dem Münchner Büro Betz Architekten, bekommt eine völlig neue Fassade, die eine natürliche Belüftung über die Fenster erlaubt. Allerdings soll dabei das typische Erscheinungsbild des Hauses nicht verändert werden. Es sei eine große Herausforderung für die Architekten und den Bauherrn, den optischen Charakter des Turms beizubehalten, sagt Weidenhöfer. Man werde sich wegen der technischen Erneuerung des Gebäudes eng mit allen relevanten Behörden und Stellen abstimmen. Mitte 2013 will man mit dem Umbau beginnen. Die etwa 1100 Mitarbeiter kommen während der Bauzeit in anderen Standorten der Bank unter.

Der Hypo-Turm erhält nicht nur ein renoviertes Äußeres und eine neue Energieversorgung, auch das Innenleben verändert sich. Die Büroflächen werden umstrukturiert, sodass mehr als 300 zusätzliche Arbeitsplätze gewonnen werden können. Die Hypo-Vereinsbank startet noch in diesem Jahr ein Pilotprojekt für "innovative und zukunftsweisende Bürolandschaften" in einem Gebäude am Tucherpark. Wenn der Versuch erfolgreich verläuft, wird das Konzept auch für das Hochhaus übernommen.

Auch die Chefetage zieht in das neue Gebäude

Architekt Oliver Betz freut sich, dass das Hochhaus nun zur Zentrale der Bank wird. Damit werde auch eine Wertschätzung des Gebäudes zum Ausdruck gebracht. Dass bei der Sanierung die architektonische Qualität eine große Rolle spiele und auch auf die Belange des Denkmalschutzes Rücksicht genommen werde, sei zu begrüßen.

Da auch das Top-Management in das Hochhaus zieht, wird das Gebäude noch mehr zum Markenzeichen der Bank. Seit 2005 befinden sich Vorstand und Stabsabteilungen in der von den italienischen Architekten Guido Canali und Gilberto Botti renovierten Konzernzentrale an der Kardinal-Faulhaber-, Pranner- und Salvatorstraße.

Der Komplex und das nahe gelegene Parkhaus, die Salvatorgarage, werden verkauft. Wie das Areal künftig genutzt wird, ist noch völlig offen. Mitarbeiter ziehen auch in das Hypo-Vereinsbank-Stammhaus gegenüber Loden Frey und dem Hotel Bayerischer Hof sowie in die Standorte am Tucherpark und in Unterföhring. Auch in Hamburg ordnet die Bank ihre Immobilien neu und trennt sich vom repräsentativen Bürohaus am Rathaus.