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Fritz Wepper als Zeuge vor Gericht:Verfolgung bis zum Strand

Um genau diese Kamera soll es aber im späteren Streit gegangen sein. Die Reporter verfolgten das Paar in ein Restaurant am Strand. "Ich habe die beiden von der gegenüberliegenden Straßenseite und vom Strand aus mit Teleobjektiv fotografiert", erklärte der Fotograf vor Gericht. "Als meine Arbeit getan war, habe ich meinen Kollegen angerufen." Dieser könnte nun hineingehen und sich vorstellen.

Der Kollege tat das. Und fragte Wepper, wie es ihm gehe, wie ihm Málaga gefalle. Als Wepper ihn fortschicken wollte, gab er sich als Bild-Reporter zu erkennen. Susanne Kellermann forderte ihn nun auf, die Kamera herauszugeben und die Bilder zu löschen. Wepper beschreibt es so: "Sie stand auf, streckte ihm die linke Hand entgegen. Der Mann schlug die Hand herunter, von oben nach unten, sodass die Hand auf die Tischplatte knallte." Dann sei der Reporter geflüchtet. Ob Kellermann ihm hintergerannt sei, wollte die Verteidigung wissen. "Ja", sagte Wepper bei der Verhandlung in Berlin. Ob sie ihn erwischt habe? "Das hoffe ich." Gesehen habe er es aber nicht.

Auch der Fotograf hatte sein Teleobjektiv wohl schon eingepackt. Jedenfalls habe er die Szene mit bloßem Auge aus der Ferne beobachtet. Sein Kollege sei plötzlich weggerannt. Erst 20 Minuten später seien beide wieder zusammengetroffen. Das T-Shirt des Kollegen sei zerrissen gewesen, am Hals habe er eine Schramme gehabt. Er sei angegriffen worden. Sie überlegten, zur Polizei zu gehen, ließen es aber bleiben.

Der Anwalt des Beklagten interessierte sich bei der Verhandlung auch für die finanzielle Situation Kellermanns. Er zahle Unterhalt für Kellermann und das gemeinsame Kind, antwortete Wepper. Auf die 8000 Euro Schmerzensgeld sei Kellermann nicht angewiesen, erklärt ihr Anwalt. Dass sie diese Summe nun auch nicht bekommt, will der Anwalt "nicht auf sich beruhen lassen".

© SZ vom 11.01.2013/sonn
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