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Ex-Freundin von Fritz Wepper klagt:Schlimmer Finger

Susanne Kellermann und Fritz Wepper, 2010

Begehrtes Objekt der Klatschreporter: Fritz Wepper mit seiner zeitweiligen Freundin Susanne Kellermann.

(Foto: Stephan Rumpf)

Die Ex-Freundin von Fritz Wepper hat einen früheren Boulevardjournalisten verklagt. Sie beschuldigt den Mann, ihr bei einer Paparazzi-Aktion einen Finger gebrochen zu haben. Der Reporter erzählt jedoch eine ganz andere Version der Geschichte. In Berlin beginnt nun der Prozess - und auch Wepper muss aussagen.

Von Ekkehard Müller-Jentsch

Die Liebe ist verblüht und die Aufregung in der Klatschpresse um den außerehelichen Ausflug abgeebbt - da rückt ein Schmerzensgeldprozess die Liaison des Schauspielers Fritz Wepper mit der Regisseurin, Kamerafrau und Drehbuchautorin Susanne Kellermann wieder ins Rampenlicht. Die Münchnerin hat einen früheren Boulevardjournalisten verklagt, ihr bei einer Paparazzi-Aktion in einem Restaurant einen Finger gebrochen zu haben. Der Reporter bestreitet das und behauptet nun, Kellermann habe ihn am Hals gepackt, getreten und das T-Shirt zerrissen.

Unstreitig ist in diesem Prozess wohl nur, dass im Februar 2010 zwei Bild-Redakteure und ein freier Fotograf den Auftrag hatten, Fritz Wepper zu den Dreharbeiten der beliebten TV-Serie "Um Himmels Willen" zu "befragen", wie es Bild-Anwalt Jörg Thomas beschreibt. Damals wurde gerade ein Weihnachtsspecial gedreht. Mit dabei an Bord des Kreuzfahrtschiffs Fantasia der Münchner MSC-Reederei war eben auch Susanne Kellermann: nicht als Protagonistin, sondern als Begleiterin von Wepper - das Geturtel der beiden hatte kurz zuvor alle Klatschreporter aufgeschreckt.

Das Reporterteam hatte nach eigenen Angaben die beiden Prominenten bei einem Landausflug im spanischen Málaga angesprochen, war von Wepper aber abgewimmelt worden. Als das Paar dann mit einem Taxi zu einem Restaurant fuhr, folgten ihnen die Reporter ebenfalls per Taxi. Während die beiden aßen, schoss der Fotograf von außen ein paar Bilder. Dann war einer der Journalisten, damals noch Volontär bei Bild, hineingegangen und hatte sich zu erkennen gegeben.

Von hier an gehen die Angaben diametral auseinander. Susanne Kellermans Münchner Rechtsanwalt Norman Synek beschreibt in der Klage, dass seine Mandantin den Reporter aufgefordert habe, seine kleine Kamera herauszugeben, mit der er ihr schon zuvor aufgefallen war. Als sie ihm die linke Hand entgegenstreckte, habe der junge Mann sie so heftig weggeschlagen, dass unter der Wucht der linke Zeigefinger der Frau an der Tischkante brach und fast rechtwinklig abstand. Es sei eine sehr komplizierte und folgenschwere Spiralfraktur, die Susanne Kellermann bis heute massiv beeinträchtigt.

Nach provisorischen Versorgungen unterwegs musste diese Verletzung dann in einer Münchner Klinik und anschließend mit drei Zugschrauben fixiert werden. Die konzertreife Pianistin könne seither nicht mehr spielen und sei auch beim Golf- und Tennisspielen stark eingeschränkt.

Der beklagte Reporter bestreitet, im Lokal eine Kamera dabei gehabt zu haben. Vielmehr sei Frau Kellermann so wütend gewesen, dass sie ihn beschimpft und misshandelt habe, sodass er erst flüchten konnte, nachdem Kellner eingegriffen haben.

Rund 8300 Euro Schmerzensgeld und Schadenersatz verlangt Kellermann. Vor Gericht wird auch Fritz Wepper, der übrigens vor einiger Zeit zu seiner Ehefrau zurückgekehrt ist, als Zeuge des Vorfalls aussagen.

Verhandelt wird am Mittwoch vor dem Landgericht Berlin. Ob die Richter der 9. Zivilkammer an diesem Tag aber auch gleich ihr Urteil verkünden werden, ist offen.

© SZ vom 09.01.2013/sonn
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