Sonntags am Domberg Die Biographie einer Holocaust-Überlebenden

Gertrude Pressburger ist mit ihrer Kritik am Rechtsextremismus zum Social Media Star geworden. Marlene Groihofer (r.) hat ihre Biografie geschrieben.

(Foto: Privat)

In der Reihe "Sonntags am Domberg" wird diesmal die Biographie der Österreicherin Gertrude Pressburger wird vorgestellt.

Von Birgit Goormann-Prugger, Freising

Die Biografie einer Holocaust-Überlebenden wird in der Reihe "Sonntags am Domberg" am 24. März, um 16 Uhr im Kardinal Döpfner Haus vorgestellt. Es geht um Gertrude Pressburger. 2016 wurde die damals 89-Jährige im österreichischen Bundespräsidentenwahlkampf mit ihrem Appell gegen rechtspopulistische Hetze zum Social Media Star. Dass ihre Worte Gehör fanden, bestärkte sie, mit der österreichischen Journalistin Marlene Groihofer ihre Autobiografie zu verfassen. Die mehrfach ausgezeichnete Journalistin liest am Sonntag auf Einladung der Stiftung Bildungszentrum der Erzdiözese München und Freising aus der Zeitzeugen-Biografie "Gelebt, erlebt, überlebt".

Jahrzehntelang hatte Gertrude Pressburger geschwiegen - nicht einmal ihr Ehemann, enge Freunde und Verwandte kannten ihre Geschichte. Das ein maßgeblicher Politiker in Österreich 2016 von einem drohenden Bürgerkrieg sprach, ermutigte sie, ihre Geschichte mit der Öffentlichkeit zu teilen. "Ich bin nicht zurückgekommen, um dasselbe noch einmal zu erleben."

Gertrude Pressburger war zehn Jahre alt, als Hitler in Österreich einmarschierte. Fast sechs Jahre dauerte die Flucht der Familie und endete 1944 in Auschwitz. Pressburger überlebte den Holocaust als Einzige - ihre Eltern und die zwei jüngeren Brüder wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Marlene Groihofer erhielt 2016 für ihr einstündiges Radioporträt über Gertrude Pressburger zahlreiche Auszeichnungen, auch den renommierten Prälat Leopold Ungar-Preis, den Journalistenpreis Integration in Österreich sowie den New York Festivals International Radio Award 2017. Auf dem Domberg gibt sie Einblicke in die Zusammenarbeit mit Gertrude Pressburger und geht der Frage nach, inwieweit die nachfolgenden Generationen nicht nur Verantwortung gegenüber dem Geschehenen übernehmen sollten, sondern auch, warum Demokratie wieder als verteidigungswürdiges Gut angesehen werden sollte.

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