Stromtrasse zwischen Oberbachern und Ottenhofen:Weiter unter Hochspannung

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Stromtrasse zwischen Oberbachern und Ottenhofen: Beim Besuch bei der BI vor Ort (von links): Kathrin und Johann Auerweck, Werner Meier, Margit Sarholz, Johannes Becher, Stefan Herbasch und Andrea Börner vom Grünen-Ortsverband Ottenhofen, vorne: Marie und Johann.

Beim Besuch bei der BI vor Ort (von links): Kathrin und Johann Auerweck, Werner Meier, Margit Sarholz, Johannes Becher, Stefan Herbasch und Andrea Börner vom Grünen-Ortsverband Ottenhofen, vorne: Marie und Johann.

(Foto: Renate Schmidt)

Die Bürgerinitiative in Ottenhofen kämpft weiter für eine Alternativtrasse der Starkstromleitung von Oberbachern nach Ottenhofen. Jüngst hat sich Grünen-Landtagsabgeordneter Johannes Becher vor Ort umgesehen und zeigt sich beeindruckt, wie nahe die Leitung der Wohnbebauung kommt.

Von Regina Bluhme, Ottenhofen

Die Starkstromleitung von Oberbachern nach Ottenhofen muss erneuert werden. Der etwa 50 Kilometer lange Abschnitt führt dabei durch die Landkreise Dachau, Freising, München und Erding. In Ottenhofen gibt es Widerstand gegen die geplante Trasse von Netzbetreiber Tennet. Eine örtliche Bürgerinitiative kämpft für eine Alternativstrecke. Während Tennet nun beide Varianten prüft, trommelt die BI öffentlich mit Aushängen, einer Petition, Besuchsterminen von Landtagsabgeordneten - und der Aussicht auf die Pflanzung von 21 000 Bäumen, sollte ihre Strecke das Rennen machen.

Vor kurzem hat sich der Grünen-Landtagsabgeordnete Johannes Becher aus dem Landkreis Freising auf einer Reitanlage in Ottenhofen ein Bild gemacht. Die von der BI "Starkstromleitung Ja, aber mit Abstand zu Ottenhofen und Neuching /Lausbach" favorisierte Trasse 4b "hat durchaus Erfolgschancen, sollte faktisch nichts dagegen sprechen", wird Becher in einer Pressemitteilung zitiert.

Stromtrasse zwischen Oberbachern und Ottenhofen: Der Besuch informiert sich bei der BI über den Trassenerlauf (von links): Margit Sarholz, Werner Meier, Johann und Kathrin Auerweck, MdL Johannes Becher und Stefan Herbasch vom Grünen Ortsverband, unten: Marie und Johann

Der Besuch informiert sich bei der BI über den Trassenerlauf (von links): Margit Sarholz, Werner Meier, Johann und Kathrin Auerweck, MdL Johannes Becher und Stefan Herbasch vom Grünen Ortsverband, unten: Marie und Johann

(Foto: Renate Schmidt)

Laut der Bürgerinitiative, die im Juli eine Petition für die Trasse 4b mit 669 Unterschriften im Landtag eingereicht hat, verläuft die von Tennet favorisierte Trasse 4a viel zu nah, zum Teil nur rund 40 Meter, an bestehenden Wohngebäuden vorbei. Von dieser Nähe sollte sich Johannes Becher zusammen mit der BI nun selbst ein Bild machen und er "konnte die Bedenken der BI-Betreiber vor Ort durchaus nachvollziehen", wie es in der Pressemitteilung weiter heißt.

Eine Ausgleichsfläche für zusätzlich 21. 000 Bäume habe die BI "in der Hinterhand"

Bei seinem Besuch lobte Becher das große Engagement der Bürgerinitiative, die nicht nur einfach gegen etwas protestiere, sondern konstruktiv eine Alternative erarbeitet habe. So haben die Initiatoren der BI, sollte Trasse 4b den Zuschlag erhalten, schon eine mögliche Ausgleichsfläche in Form eines Bannwalds "in der Hinterhand", in dem zusätzliche 21 000 Bäume gepflanzt werden sollen.

Becher ist nicht der erste Landtagsabgeordnete, der in Ottenhofen Station macht. Anfang Juli war bereits der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler aus dem Landkreis Freising, Benno Zierer, zugegen. Er betreut auch die Landkreise Erding und Dachau. Zierer zeigte sich damals durchaus beeindruckt davon, wie nahe die Hochspannungsleitungen an den Wohnbebauungen liegen. Er wolle sich dafür einsetzen, dass der Alternativkorridor ,Finsinger Holz' "nochmals eingehend geprüft wird und dabei auf die Argumente der Betroffenen eingegangen wird."

Betreiber Tennet startet mit den Bodenuntersuchungen

Für beide Trassen gibt es von der Regierung von Oberbayern grünes Licht. Vor Beginn des Planfeststellungsverfahrens prüft nun der Netzbetreiber sowohl 4a als auch 4b. Unabhängig von der aktuellen Prüfungsphase startet Tennet im Oktober mit den Baugrunduntersuchungen. Dabei werden an den voraussichtlichen Standorten der neuen Leitungsmasten oder deren Provisorien Bodenproben entnommen. Von der Beschaffenheit des Bodens hängen Bauweise, Tiefe und der Umfang des Fundaments ab.

Am kommenden Donnerstag findet eine erste Probebohrung in Eching statt. Einen Tag zuvor, am Mittwoch, 28. September, organisiert Tennet im Landkreis Erding in Oberneuching beim Gasthaus Neuwirt eine öffentliche Infoveranstaltung zu dem Projekt, tags darauf, am 28. September, im Bürgerhaus Eching, jeweils von 14 bis 19 Uhr.

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