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Update zum Rattennest:Rechnung von der Gemeinde Neufahrn

Jetzt haben sich auch noch Ratten in der Echinger Straße angesiedelt. Im überquellenden Müll finden sie reichlich Nahrung.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die Verursacher des Rattenproblems an der Echinger Straße werden zur Kasse gebeten. Die Hausverwaltung soll zahlen.

Von Birgit Grundner

In der Rubrik "Update" beleuchtet die Freisinger SZ die aktuelle Situation bei großen und kleinen Projekten im Landkreis. Auf welchem Stand ist das jeweilige Vorhaben? Was wurde schon umgesetzt und wie geht es weiter? Warum passiert bei manchen Vorhaben gefühlt gar nichts mehr? Die mutmaßlichen Verursacher des Rattenproblems an der Echinger Straße in Neufahrn werden jetzt zur Kasse gebeten: Das Ordnungsamt im Rathaus schickt der Hausverwaltung der beiden Wohngebäude mit den Hausnummern 8 und 10 die Rechnung für die Schädlingsbekämpfung. Die Experten wurden von der Gemeinde beauftragt und sollen in den kommenden Wochen auch noch öfter kommen. Die Hausverwaltung hätte die Möglichkeit gehabt, selbst aktiv zu werden. Das hätte aber bis 14. April geschehen müssen. Nun kommt es zur "Ersatzvornahme" durch die Gemeinde, verbunden mit einem kostenpflichtigen Bescheid, wie Rathaussprecherin Gabriele Ostertag-Hill auf Anfrage mitteilt.

Als Auslöser für das Problem gelten die ständig überfüllten Müllcontainer neben dem heruntergekommenen Wohn- und Geschäftskomplex in der Ortsdurchfahrt . Seit Jahren gibt es deswegen Beschwerden. Regelmäßig werden verärgerte Nachbarn aus der Echinger Straße und dem Angermaierweg auch im Rathaus vorstellig. Sie finden, dass dort nicht genug unternommen wird, um das Problem zu lösen.

Die Gemeinde weist den Vorwurf der Untätigkeit zurück: Immer wieder informiere das Ordnungsamt das Landratsamt als zuständige Behörde über die Missstände, betont Gabriele Ostertag-Hill. Die Kreisbehörde habe auch schon Zwangsgelder verhängt, die darauf von der Hausverwaltung auch bezahlt wurden. Wirklich geändert habe sich dadurch freilich nichts.

"Nach unserem Eindruck hat auch die zuständige Hausverwaltung Schwierigkeiten, die Bewohner des Anwesens zur ordnungsgemäßen Mülltrennung zu bewegen", sagt Landratsamtssprecherin Eva Zimmerhof. Vor einem Jahr seien zusätzliche Müllcontainer aufgestellt worden, doch "die aktuelle Beschwerde legt nahe, dass die Behältnisse immer noch nicht ausreichen". Deshalb habe man die Hausverwaltung inzwischen aufgefordert, "unverzüglich zusätzliche und ausreichende Müllbehältnisse zur Verfügung zu stellen".

Davon abgesehen, sieht man auch im Landratsamt offenbar nur begrenzte Handlungsmöglichkeiten: "Das Verhalten der Hausbewohner, insbesondere die Mülltrennung, lässt sich leider nur bedingt beeinflussen", bedauert Eva Zimmerhof. Für Ordnungswidrigkeitsverfahren müsste der jeweiligen Person stichhaltig nachgewiesen werden, dass sie gegen die Vorschriften verstoßen habe: "Dies ist bisher nicht gelungen."

© SZ vom 16.04.2021
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