Neues Betreuungsmodell für die Region Familiär und voll im Trend

Das Tageselternzentrum Freising möchte bald gerne eine zweite Großtagespflege anbieten.

(Foto: Angelika Bardehle)

Das Tageselternzentrum möchte in Freising neben den "Glückskindern" gerne eine zweite Großtagespflege aufbauen. Die Nachfrage wäre auf jeden Fall da, doch die Suche nach geeigneten Räumen gestaltet sich schwierig.

Von Gudrun Regelein, Freising

Betreuungsplätze in Freising sind sehr gefragt - und rar. Deshalb möchte das Tageselternzentrum Freising auch gerne eine zweite Großtagespflege anbieten. "Freising ist als Wohnort gerade für junge Familien attraktiv. Und früher oder später brauchen die vielen zu uns gezogenen Familien einen Betreuungsplatz", sagt Susanne Müller, Leiterin des Tageselternzentrums. Müller hat eine Liste mit etwa 30 offenen Anfragen. Allerdings sind darunter auch welche von Eltern, die erst ab Herbst 2019 oder noch später einen Platz suchen. Derzeit kümmern sich 27 Tagesmütter und ein Tagesvater in Freising um etwa 100 Kinder - die meisten von ihnen sind unter drei Jahre alt. Tendenz sei, dass immer weniger Tagesmütter immer mehr Kinder betreuten, so Müller.

Seit Mai 2014 gibt es bereits in der Trägerschaft des Tageselternzentrums die Großtagespflege "Glückskinder" an der Münchner Straße. Drei Freisinger Firmen - die PetaFuel GmbH, das Wissenschaftszentrum Weihenstephan der Technischen Universität München und das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung - haben die "Glückskinder" als betriebliche Großtagespflege gegründet. Damit wurde in der Region ein ganz neues Betreuungsmodell geschaffen. Maximal zehn Kinder - in erster Linie stehen die Plätze den Mitarbeiterkindern der beteiligten Firmen offen - werden dort von zwei Tagesmüttern betreut. "Das ist keine Krippe light", betont Müller. Die Großtagespflege sei derzeit bei den Eltern sehr beliebt: "Das ist ein ganz großer Trend in Deutschland", sagt Müller. Andere Kommunen würden dafür sogar Räume zur Verfügung stellen; in Freising wurden die Räume von den beteiligten Firmen angemietet.

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Das größte Problem ist, geeignete Räume zu finden

Das Tageselternzentrum würde nun sehr gerne eine zweite Großtagespflege in Freising initiieren, berichtet Müller. Zwei der Frauen im derzeit laufenden Qualifizierungskurs für Tageseltern würden die Betreuung übernehmen. Aber das große Problem sei - wie so oft in Freising - geeignete Räume zu finden, schildert sie.

Die Kindertagespflege in kleinen Gruppen und in einem familiären Umfeld sei vor allem für Babys und Kleinkinder eine geeignete Betreuungsform. Die Nachfrage habe in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Frauen würden im Vergleich zu vor 20 Jahren schon relativ bald nach der Geburt wieder zu arbeiten anfangen, erklärt Müller. "Entweder, weil sie das selber wollen, oder weil sie es müssen, da nur ein Verdienst bei den hohen Lebenskosten in Freising nicht ausreicht." Zwar sei die Zahl der Kinderbetreuungsplätze in den vergangenen Jahren nach oben geschnellt, auch habe es viele Neubauten von Krippen gegeben. Aber dennoch reiche das nicht aus, sagt Müller.

Die Nachfrage nach einem Betreuungsplatz sei tatsächlich anhaltend hoch, bestätigt Christl Steinhart, Sprecherin der Stadt Freising. In den städtischen Einrichtungen seien derzeit alle 130 Krippenplätze belegt - genauso die 860 Kindergarten- und 223 Kinderhortplätze. Die Stadt bemühe sich laufend um einen Ausbau der Kindertageseinrichtungen, im aktuellen Betreuungsjahr wurde beispielsweise die "Kita Wetterstein" mit drei Krippengruppen eröffnet. "Wir planen aber bereits weitere Kindertagesstätten", sagt Steinhart. Das Kernproblem heute und in Zukunft aber sei der Mangel an Betreuungspersonal, der auch die Stadt Freising vor ganz erhebliche Probleme stelle. Die Stadt Freising sei Trägerin von 15 Kindertageseinrichtungen mit insgesamt 53 Gruppen für Kinder von einem bis zehn Jahren. Diese werden von gut 150 pädagogischen Kräften betreut: "Das sind bereits etwa ein Fünftel aller Beschäftigten der Stadt", sagt Steinhart.

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