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Neu und schon sehr aktiv:Weil Kühe nicht lila sind

Die Zwei von der "Biostadt": Manuela Gaßner (Bildmitte) und Karin Romeder (rechts) bauen gemeinsam mit Koordinatorin Johanna Sticksel (links) eine neue Agenda-Gruppe in Freising auf.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die neue Agenda-Gruppe "Biostadt Freising" will das Bewusstsein für Qualität und Herkunft von Lebensmitteln fördern

Von Petra Schnirch, Freising

Sie ist neu, aber schon sehr aktiv: In Freising gibt es seit kurzem die Agenda-21-Gruppe "Biostadt Freising". Etwa 20 Bürger engagieren sich dort derzeit - es sollen aber noch mehr werden. Ziel ist es, "mehr Bio nach Freising" zu bringen, wie Manuela Gaßner am Donnerstag bei einem Pressegespräch im Rathaus sagte. Sie stellte die Gruppe gemeinsam mit Karin Romeder vor. Das dreiköpfige Sprecher-Team komplettiert Klaus Wiesinger.

Die Idee war bereits im vergangenen Sommer entstanden, seitdem hat es mehrere Treffen geben. Mitte April wurde die Gruppe dann in der Agenda- und Sozialbeiratssitzung der Stadt als mittlerweile achte Agenda-Gruppe aufgenommen. Gefeiert haben die Aktiven dies standesgemäß mit Streuobstwiesen-Apfelwein.

Fördern wollen sie in Freising generell das Bewusstsein für Qualität und Herkunft von Lebensmitteln. Erste Schritte sind bereits geplant. Im Sommer sollen Exkursionen zu Erzeugern und Verarbeitungsbetrieben stattfinden. Kinder sollen Gelegenheit bekommen, sich auf einem Bauernhof umzuschauen, wie Manuela Gaßner erläuterte, damit sie die lila Kuh nicht für Realität halten. Wichtig sei ihr und ihren Mitstreitern, wieder eine größere Wertschätzung für Lebensmittel zu erreichen. Dies solle auch dazu beitragen, die enorme Verschwendung bei Nahrungsmitteln in Deutschland zu verringern. Ein weiteres Ziel ist die Förderung von Bio-Lebensmitteln in Kindergärten und Schulen sowie bei der sonstigen Außer-Haus-Verpflegung.

Hundert Prozent Bio-Angebot

Auf dem Freisinger Uferlos-Festival ist der Einfluss der neuen Agenda-Gruppe schon zu spüren, was das Essen angeht. Dort gibt es erstmals einen Stand mit hundert Prozent Bio-Angebot. Vorbild in diesem Punkt sei das Münchner Tollwood-Festival mit seiner Bio-Gastronomie, sagte Karin Romeder. Dies wolle man ebenfalls erreichen. Im Nachhaltigkeitszelt auf dem Uferlos stellen die Neulinge ihre Arbeit und ihre Ziele an diesem Samstag, 5. Mai, gemeinsam mit den übrigen Agenda-Gruppen in kurzen Präsentationen von 15 bis 16 Uhr vor.

Informationen gibt es auch am Stand des Treffpunkts Ehrenamt. Dessen Leiterin Johanna Sticksel sagte, sie freue sich über die Verstärkung, das Feld sei bisher nicht abgedeckt, auch wenn es Überschneidungen mit dem "Fairen Forum" und der Klimaschutz-Gruppe gebe. Gerade diese Vernetzung sei sehr positiv, sagte Bürgermeisterin Eva Bönig (Grüne). Wer mitarbeiten oder sich informieren möchte, ist auch zum nächsten Treffen der Projektgruppe "Biostadt Freising" eingeladen, das am Mittwoch, 13. Juni, von 19 Uhr an im Buchcafé Etappe, Vimystraße 3, stattfindet.

Wichtig ist den Initiatoren das Prinzip "saisonal und regional", also kurze Transportwege. Die Freisinger sollten wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen, "vom Feld auf den Teller", sagte Gaßner. Auch die Freisinger Klimaziele würden dadurch unterstützt. Zudem wolle man die Biodiversität fördern, hier sei bereits viel verloren gegangen. Eine Ausweitung des ökologischen Land- und Gartenbaus komme nützlichen Insekten zugute, zudem sei dieser für den Schutz der Böden und die Sicherung der Trinkwasserqualität in der Region von Bedeutung.

© SZ vom 04.05.2018/beb

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