Podcast aus dem Landkreis Freising:Ein Polizist zum Hören

Podcast aus dem Landkreis Freising: Lothar Riemer, Polizeihauptkommissar außer Dienst, mochte vor allem den Streifendienst.

Lothar Riemer, Polizeihauptkommissar außer Dienst, mochte vor allem den Streifendienst.

(Foto: privat)

Der Freisinger Lothar Riemer war über 40 Jahre im Dienst. Nun ist er pensioniert - und erzählt in einem Podcast von seinem Leben in Uniform.

Von Francesca Polistina, Freising

Podcasts boomen. Die Audioformate, die man sofort abspielen oder herunterladen und später anhören kann, werden immer beliebter. Der Name setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Zum einen aus der englischen Abkürzung "pod", was für "playable on demand" (zu Deutsch: abspielbar auf Abruf) steht und zum anderen aus "cast" von dem Wort "Broadcast", was Rundfunksendung bedeutet. Längst ist der Trend auch im Landkreis Freising angekommen. Die Freisinger SZ stellt in loser Folge eine Auswahl vor. Heute: "Einsatz für Lothar Riemer - Polizist aus Leidenschaft".

41 Jahre lang war er im Einsatz, in Bayern sowie im Ausland, als Bundespolizist und als Landespolizist, als Zivilfahnder sowie als Fachlehrer in der Polizeiausbildung, um nur einige seiner Tätigkeiten zu nennen. Und auf die Frage, ob er noch einmal denselben Berufsweg einschlagen würde, antwortet Lothar Riemer ohne zu zögern: "Ja, jeden einzelnen Tag".

Lothar Riemer, 63, heute pensioniert, war sehr gerne Polizist. Nicht wegen der "Action", wie er sagt, nicht weil es spannend ist, obwohl das auch dazu gehört. Und sicherlich nicht wegen der Papierarbeit, die einen großen Teil des beruflichen Alltags ausmacht, auch bei der Polizei. Er war sehr gerne Polizist, "um den Menschen zu dienen". Oder auch: "Um ihnen zu ihrem Recht zu verhelfen".

Darüber - und über all das, was er in vier Jahrzehnten im Dienst erlebt hat - erzählt der Freisinger, der ursprünglich aus Bayreuth kommt, in seinem Podcast "Einsatz für Lothar Riemer - Polizist aus Leidenschaft", den er alle zwei Wochen mit dem Moderator Philipp Böckmann aufnimmt. Inzwischen ist man bei der 59. Folge angekommen, ans Aufhören denkt er aber nicht. Zumindest solange es Spaß macht.

Manche Folgen des Podcasts sind den Tatort-Episoden gewidmet

In den Episoden des Podcasts, die ungefähr 20 bis 30 Minuten dauern, geht es jedes Mal um ein anderes Thema. Zum Beispiel um Riemers Einsätze in Afghanistan, Bosnien, Kairo oder Moskau, um die gefährlichsten Situationen, in die er geraten ist, um Themen wie die häusliche Gewalt, die Verkehrskontrollen oder den Umgang mit Beleidigungen im Dienst. Die Folgen heißen ein bisschen wie eine Action-Blockbuster-Serie: "Lothar in Gefahr", "Lothar aktuell" oder "Meine erste Leiche", am interessantesten ist dabei nicht, wenn der Protagonist über aktuelle Debatten wie den Fall Columbiabad in Berlin spricht (dafür gibt es andere, bessere Formate), sondern wenn er Anekdoten aus seinem Berufsleben erzählt.

Dabei versucht er, Klischees über seinen Beruf aufzudecken und zu zeigen, was hinter den Kulissen passiert. Zum Beispiel in den Folgen, die übrigens bei den Hörerinnen und Hörern sehr gut ankamen, in denen er die "Tatort-Episoden" unter die Lupe nimmt und sie aus einer polizeilichen Perspektive kommentiert. Mit Ernsthaftigkeit und mit Humor. Und ja, zum Teil auch mit einer gewissen Dramatik.

Wenn man Lothar Riemer fragt, welche Tätigkeit ihm in seiner langen Karriere am meisten gefallen hat, sagt er: Der Streifendienst. Das sei "abwechslungsreich", man habe dort sowohl mit Schwer- als auch mit Kleinkriminalität zu tun, bis hin zu Familienstreitigkeiten. Er formuliert es so: man habe dort "die ganze Bandbreite des menschlichen Lebens".

Für seine Verdienste im Dienst und sein gesellschaftliches und kirchliches Engagement (er war zum Beispiel im Verein "Lachen Helfen e. V." tätig, in dem sich deutsche Soldaten und Polizisten in Auslandsmissionen um soziale Projekte in den Einsatzländern kümmern) hat Lothar Riemer vor einem Jahr das Bundesverdienstkreuz bekommen.

Der Podcast "Einsatz für Lothar Riemer - Polizist aus Leidenschaft" ist unter anderem auf Spotify und Apple Podcasts zu hören.

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