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Kommunalwahl in Rudelzhausen:Der "Sir" ist jetzt Bürgermeister

Michael Krumbuchers Sieg in der Stichwahl ist nie wirklich in Gefahr

Von Petra Schnirch, Rudelzhausen

Wirklich zittern musste Michael Krumbucher (FW Rudelzhausen) am Abend der Stichwahl nicht. Er lag bei den ersten Zwischenergebnissen bereits klar in Führung. Um 18.54 Uhr stand fest, dass der 47-Jährige neuer Bürgermeister in Rudelzhausen und somit Nachfolger von Konrad Schickaneder (CSU) wird. Mit 54,1 Prozent der Stimmen setzte er sich gegen CSU-Kandidat Robert Forster durch, der 45,9 Prozent erhielt. Groß feiern konnte der "Sir", so der Spitzname Krumbuchers in Rudelzhausen, seinen Erfolg in Zeiten von Corona natürlich nicht. Vor dem Rathaus habe er aber "ein Bierchen" aufgemacht, bevor es nach Hause geht, erzählt er am Telefon. Man sei zu acht - bei ausreichendem Sicherheitsabstand, wie er betont. Dass er sich im zweiten Wahlgang klar durchsetzen konnte, führt er auf seine jahrelange Erfahrung in der Kommunalpolitik und seine Arbeit in vielen Vereinen zurück. Dem Gemeinderat gehört er seit 18 Jahren an.

"Enttäuscht und traurig" zeigte sich dagegen Robert Forster. Der 35-Jährige hatte sich deutlich mehr ausgerechnet, vor allem weil er sich klar gegen eine Verwaltungsgemeinschaft mit Au ausgesprochen hatte. Offenkundig konnte er damit nicht genügend punkten und Krumbucher, der bereits im ersten Wahlgang am 15. März vorne lag, nicht wirklich nahe kommen.

Die Wahlbeteiligung lag mit 73,1 Prozent höher als vor zwei Wochen (68,6). Diesmal hatten alle Wahlberechtigten Briefwahlunterlagen erhalten. Der Abstand der beiden Bewerber blieb jedoch in etwa gleich. Am 15. März kam Krumbucher auf 857 Stimmen (46,1 Prozent), für Forster votierten 716 Bürger (38,5 Prozent). Diesmal waren es 1071 beziehungsweise 909 Stimmen. Als Erstes wird Krumbucher nun eine Kündigung schreiben, er ist seit 33 Jahren für ein Unternehmen im landwirtschaftlichen Bereich tätig. Als wichtige Projekte nennt er die Sanierungen der Ortsdurchfahrt (B 301) und des Freibads in Tegernbach. Für den neuen Gemeinderat werde es aber nicht einfach, weil wegen der Corona-Krise die Gewerbesteuereinnahmen einbrechen würden.

© SZ vom 30.03.2020
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