Wohnen in Hallbergmoos:Ambitioniertes Projekt gestrichen

Wohnen in Hallbergmoos: Vier Gebäude sollte das Mehrgenerationenwohnen am Tassiloweg in Hallbergmoos umfassen, das sah der Siegerentwurf des Architektenbüros Bär, Stadelmann, Stöcker vor. Doch daraus wird nun nichts.

Vier Gebäude sollte das Mehrgenerationenwohnen am Tassiloweg in Hallbergmoos umfassen, das sah der Siegerentwurf des Architektenbüros Bär, Stadelmann, Stöcker vor. Doch daraus wird nun nichts.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die Gemeinderäte beschließen das Aus für das Mehrgenerationenwohnen am Tassiloweg. Grund sind die stark gestiegenen Baukosten und die hohen Zinsen. Im Fokus steht jetzt, seniorengerechte Wohnungen zu schaffen.

Von Petra Schnirch, Hallbergmoos

Selbst das schuldenfreie Hallbergmoos kann sich angesichts gestiegener Baukosten und Zinsen nicht mehr alles leisten, was einmal geplant war. Schweren Herzens hat der Gemeinderat die Reißleine gezogen und das Projekt "Mehrgenerationenwohnen am Tassiloweg" von der Agenda gestrichen. Die Kosten für die Gemeinde wären einfach zu hoch geworden. Stattdessen soll der Fokus darauf gelegt werden, in absehbarer Zeit seniorengerechte Wohnungen anbieten zu können. Eine neu gegründete Arbeitsgruppe unter der Leitung von Seniorenreferentin Christiane Oldenburg-Balden (SPD) soll dazu ein Konzept ausarbeiten und prüfen, wie ein solches Vorhaben umgesetzt werden könnte. Möglicherweise durch einen Investor.

Schon bei der Bürgerversammlung im Mai hatte Bürgermeister Josef Niedermair (CSU) angekündigt, dass das ambitionierte Projekt auf unbestimmte Zeit verschoben werde. Nun ist es in der bisher geplanten Form endgültig begraben worden, weil sich keine Perspektive für eine Umsetzung abzeichnete.

Geplant waren 68 günstige und barrierefreie Wohnungen in vier Gebäuden inklusive Gemeinschaftsraum und Quartiersplatz für Jung und Alt. Ein Teil des Wohnraums sollte für Seniorinnen und Senioren reserviert werden. 2018 war ein Architektenwettbewerb ausgelobt worden. 2020 wurden die Planungen jedoch zurückgestellt. Das kommunale Wohnbauprojekt an der Predazzoallee hatte für die Gemeinde Vorrang, dort entstehen derzeit 21 Wohnungen vor allem für Familien. Beide Projekte gleichzeitig konnte die Verwaltung im Rathaus, die mit personellen Engpässen zu kämpfen hat, nicht stemmen. Zumindest die Verwirklichung des kleineren Vorhabens kommt voran: An der Predazzoallee fand der erste Spatenstich Ende April 2023 statt.

Auch das Mehrgenerationenwohnen am Tassiloweg sollte unter Federführung der Gemeinde umgesetzt werden, es wäre ein Vorzeigeprojekt geworden. Die Kostenschätzung allerdings lag bei etwa 25 Millionen Euro - und es zeichnete sich ab, dass das Bauvorhaben noch deutlich teurer werden könnte. Der zugesagte staatliche Zuschuss von 9,7 Millionen Euro wäre jedoch nicht mitgewachsen. Die jährlichen Zinszahlungen hätten die Mieteinnahmen laut Berechnung der Gemeinde deutlich überstiegen. Auch das wohlhabende Hallbergmoos muss inzwischen sparen, die Rücklagen werden in den kommenden Jahren voraussichtlich deutlich schrumpfen.

"Wir drehen alles auf Anfang"

Eine Verwirklichung des Mehrgenerationenwohnens hätte in jedem Fall lange gedauert und wäre nur möglich gewesen, wenn Baukosten und Zinsen wieder fallen. Deshalb sucht Hallbergmoos nun nach einem Weg, am Tassiloweg zumindest Wohnraum für Senioren zu schaffen. "Wir wollen eine gute Lösung finden, die schneller umzusetzen ist", sagt Julia Hollmer, Geschäftsleiterin der Gemeinde. Wie diese aussehen könnte, ist derzeit völlig offen. Ebenso die Größe einer solchen Wohnanlage. "Wir drehen alles auf Anfang."

Nach der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Auch die Hallbergmooser Seniorinnen und Senioren aus der Gemeinde sollen einbezogen werden, damit etwas "Passgenaues" entstehen kann und das nicht erst für spätere Generationen. Zudem will sich die Kommune nach einem Investor umsehen.

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