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Günzenhausen:Umfassende Neuordnung

Sportplatz, Friedhof, Feuerwehrhaus und Wohnbebauung - das Areal von Günzenhausen soll völlig neu gestaltet werden.

(Foto: Marco Einfeldt)

Anlässlich des Feuerwehrhausbaus soll der nordwestliche Eingangsbereich des Echinger Ortsteiles überplant werden

Sportplatz plus Friedhof, Feuerwehrhaus plus Wohnbebauung - das nordwestliche Entrée von Günzenhausen wird völlig neu entwickelt. Den Neubau des Feuerwehrhauses dort will das Echinger Rathaus zum Anlass nehmen, den historisch gewachsenen Funktionsmix zu ordnen und mit einer Wohnzeile eine Ortsabrundung nach Westen einzuleiten. Eine erste Strukturskizze wurde nun im Planungsausschuss des Gemeinderats vorgestellt, in der Bürgerversammlung im Herbst soll sie im Ort diskutiert werden.

Auf der Hügelkante, gegenüber vom Dorfbäck, stand einst das Schulhaus, und als der Platz um die Kirche zu eng wurde, hat man auch der Friedhof hierher verlegt. Weil hier die einzig größere ebene Fläche in Günzenhausen liegt, entstand neben dem Friedhof ein gern genutzter Bolzplatz. Westlich dieser Spielwiese, am Lichtweg Richtung Bundesstraße B 13, plant die Gemeinde den Neubau des Feuerwehrhauses. Das in Günzenhausen ansässige Planungsbüro Wankner und Fischer hat die Situation nun planerisch skizziert. Es sei "eine große Freude, festzustellen, was in diesem Eck alles steckt", sagte Simon Wankner vor dem Ausschuss. Die gewachsenen Strukturen wurden in der Planskizze beibehalten und um die neuen Anforderungen ergänzt.

So sollen am Westrand des Bolzplatzes ein Hartplatz, den die Dorfjugend im Bürgerhaushalt durchgesetzt hat, und zwei neue Stockbahnen entstehen. In der ersten Planung müssten dafür die Tore des Bolzplatzes um einige Meter nach Osten verschoben werden. Bei den Stockbahnen würde auch ein Gerätehaus entstehen.

Der Friedhof soll langfristige Erweiterungsflächen erhalten und eine schönere Zugangssituation. Planerin Kristina Wankner hat dies gelöst, indem sie den Zugang von Osten, von der Bergstraße her, nach Norden um eine repräsentative Grünfläche erweitert, die aktuell neue Kapazitäten für Urnengräber aufnehmen könnte und langfristig eine Erweiterungsoption für den Friedhof sein könnte.

Die Grünstruktur westlich von Bolzplatz und Friedhof soll erhalten bleiben. Und dahinter könnte sich dann, in südlicher Linie des neuen Feuerwehrhauses, eine neue Wohnzeile entwickeln. Die Siedlung zöge sich entlang der Straße, die vom Lichtweg die Feuerwehr erschließt, bis zu einer gedachten Verlängerung der Schulstraße. Mittelfristig könnte die Wohnbebauung dann noch weiter nach Westen ausgreifen.

Im Ausschuss gab es bereits erste Korrekturen. Die Stockbahnen müssten unbedingt in Nord-Süd-Richtung angelegt werden, mahnte Hans Grassl, die Pläne sahen sie parallel zur Friedhofsmauer in Ost-West-Ausrichtung vor. Gaorg Bartl bezweifelte, ob Stockbahnen mit ihren Geräuschen beim Spiel nahe dem Friedhof überhaupt verträglich seien.

Gottfried Riedmeier lehnte die Friedhofserweiterung im Osten ab. Auf der Fläche nördlich des Weges werde bei jeder Veranstaltung das Festzelt aufgestellt, mahnte er, diese Fläche dürfe nicht aufgegeben werden. Der natürliche Entwicklungsraum für den Friedhof sei nach Westen.

Umgesetzt werden soll die Entwicklung ohnehin nur schrittweise. Gesetzt ist der Neubau des Feuerwehrhauses, und Bürgermeister Sebastian Thaler möchte auch Hartplatz und Stockbahnen unverzüglich realisieren. Bartl sah dagegen das gesamte Konzept noch viel zu unausgegoren, als dass man da bereits Projekte umsetzen könne. Gegen die Stimme Bartls entschied der Ausschuss, Mittel für Hartplatz und Stockbahnen bereits 2020 im Etat vorzusehen und dann "im Rahmen der Möglichkeiten" umzusetzen.

Zunächst soll aber der Ort das Gesamtkonzept diskutieren. Anhand der Anregungen aus dem Ausschuss werden Planalternativen erstellt, die dann in der Bürgerversammlung im Oktober abgestimmt werden sollen.

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