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Gastronomie:Zwei Freundinnen übernehmen das Gefängnis

Die beiden neuen Wirtinnen: Nevenka Fiskus (links) und Sabnije Buzaku übernehmen Anfang Januar das Alte Gefängnis.

(Foto: Marco Einfeldt)

Nevenka Fiskus und Sabnije Buzaku sind die neuen Pächter des Freisinger Weinlokals. Klaus und Sybille Neuenfeldt gehen in den Ruhestand.

Der Weinstube im Alten Gefängnis steht ein Pächterwechsel bevor. Zum 3. Januar übernehmen Nevenka Fiskus und Sabnije Buzaku die Gastwirtschaft von Sibylle und Klaus Neuenfeldt. Die Neuenfeldts gehen in Ruhestand. Nevenka Fiskus arbeitet bereits seit zehn Jahren als Köchin im Lokal und macht sich nun selbständig. Da sie weiter als Köchin arbeiten möchte, betreibt sie die Wirtschaft mit Sabnije Buzaku, einer langjährigen Freundin. "Das ist auch besser, als wenn mein Mann hinter der Bar steht, was wäre denn, wenn wir uns mal streiten?", fragt sie und lacht.

Künftig wird es eine neue Speisekarte mit Salatauswahl geben. "Wir sind nämlich für unsere Salatsoße bekannt", sagt Fiskus. Es soll je nach Saison frische Angebote geben. Zudem wird sich das neue Pächterinnenduo die Weinkarte genau anschauen. "Wenn wir merken, dass ein Wein nicht getrunken wird, nehmen wir ihn von der Karte und ersetzen ihn", sagt Fiskus. "Wir wollen auch ein bisschen mit Wein experimentieren", meint Buzaku, "und einen Weinkeller herrichten." Der bestehe zwar schon rechts vom Eingang zum Innenhof und sei schon ein Weinlager, müsse aber noch gefliest und verschönert werden. Das wollen die beiden bis zum Sommer erledigt haben. "Wahrscheinlich bieten wir dann auch Weinproben an", sagt Fiskus. Sonst werde man nicht viel an der Einrichtung ändern, es werde noch weiß gestrichen und die Bar bekomme Barhocker, sagt Fiskus, "schließlich ist eine Bar ohne Hocker keine Bar". Neu eingestellt würden ein Koch oder eine Köchin und Servicepersonal. Der Pachtvertrag laufe erst einmal zweieinhalb Jahre, dann wolle man verlängern, sagt Buzaku. Besonders Nevenka Fiskus kennt das Alte Gefängnis gut. "Ich arbeite seit zehn Jahren hier als Köchin, wir sind wie eine kleine Familie geworden." Auch die Zusammenarbeit mit dem Förderverein Altes Gefängnis, der regelmäßig gut besuchte Führungen durch das Gebäude anbietet und Ausstellungen organisiert, sei sehr gut. Von der geplanten Sanierung der Dachfläche des Gebäude-Nordtrakts sei die Weinstube nicht betroffen. Nevenka Fiskus ist gelernte Köchin und hat vor dem Alten Gefängnis zehn Jahre lang im "Schneiders Weiße" als Pizzabäckerin und Köchin gearbeitet. Davor lebte sie im kroatischen Zagreb, machte dort ihre Ausbildung und betrieb auch ein eigenes Lokal, das Land hat sie Anfang der 1990er-Jahre verlassen. Seither lebt sie mit ihrer Familie in Freising.

Sabnije Buzaku wechselt für ihren neuen Job die Branche. Sie hat Logistik in der Schweiz studiert, während des Studiums in der Gastronomie gearbeitet, war aber anschließend für ein Logistikunternehmen tätig. Geboren ist sie in Pristina, Kosovo. Auch sie hat Anfang der 1990er-Jahre ihre Heimat verlassen.

Am Mittwoch, 3. Januar 2018, laden die neuen Pächterinnen zur Wiedereröffnung in die Weinstube. Von 17 Uhr an wird es ein Lagerfeuer im Innenhof, Glühwein, Maroni, Musik und jeweils ein Freigetränk geben, kündigten die beiden an.

Das bisherige Pächterehepaar Neuenfeldt feiert indes seinen Ausstand noch vor Weihnachten. Am Samstag, 23. Dezember, veranstalten sie in der Weinstube einen musikalischen Abend unter dem Motto "Dixie to go" mit Swing, Dixieland und Wiener Liedern. Von 21 Uhr an wird eine fünfköpfige Band gegen Hutgeld spielen. Das Ehepaar wird wohl nicht ohne Wehmut gehen, seit 2007 waren die Neuenfeldts Pächter und gelten als "Urgesteine" des Gefängnisses, wie Vereinsvorstand Thomas Mücke sagt.