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Freisinger Köpfe:Helferin in der Not

Felizitas Schmitz unterstützt von Obdachlosigkeit Betroffene

(Foto: Marco Einfeldt)

Wohnungslosigkeit scheint vielen Menschen wie etwas zu sein, das sie unmöglich selbst betreffen könnte. Die Meisten haben tatsächlich Glück, doch grundsätzlich kann Obdachlosigkeit schnell zur bitteren Realität werden, bei der die Betroffenen oft viel mehr als nur das Dach über dem Kopf oder - im schlimmsten Fall - den Köpfen ihrer Familie verlieren. In Neufahrn hilft diesen Menschen Felizitas Schmitz. Sie sitzt im Rathaus und bietet von Obdachlosigkeit Betroffenen Beratung, einen Platz in einem Notunterkunfts-Container und Hilfe beim Neuanfang. Seit gut sechs Jahren führt die 49-Jährige diesen Job aus, seit dreien unterstützt sie Peter Ketzer-Yilmaz.

Nach dem Abitur am Camerloher-Gymnasium studierte Schmitz in München Sozialpädagogik. "Eigentlich war mein Lebensweg ziemlich geradlinig", resümiert sie. Mit der Geradlinigkeit war es zu Ende, als Schmitz nach ihrem Studium für ein Jahr in die Türkei zog. "Eine türkische Kollegin von mir hat immer so schön geredet, das wollte ich auch lernen", erklärt Schmitz. Doch: "Als ich dann nach einem Jahr zurück kam, konnte ich zwar ein wenig Türkisch, dafür aber super Englisch."

Diese Sprachkenntnisse helfen der Sozialpädagogin oft weiter: Viele der Menschen, mit denen Schmitz zu tun hat, sprächen kaum Deutsch, erklärt sie. Doch jenseits von Sprachbarrieren stellen sich der Neufahrnerin teils ganz andere Probleme, die es zu lösen gilt. Neuerdings habe eine der in den Notunterkünften untergebrachten Familien Nachwuchs bekommen. "Früher dachten wir, so etwas geht niemals gut, aber irgendwie haben wir es doch geschafft", erzählt Schmitz. Das Gespräch mit der SZ schließt Schmitz mit einer Bitte ab: " Wenn irgendjemand in Neufahrn eine Wohnung zu vermieten hätte, soll er sich bitte bei uns melden!"