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Freisinger Köpfe:Digitaler Führungsjunkie

(Foto: Marco Einfeldt)

Franz Vogl, jetzt Ex-Chef des Neufahrner Gymnasiums, ist Verfechter einer zeitgemäß ausgestatteten Schule

Am Donnerstag ist er offiziell verabschiedet worden, der "digitale Führungsjunkie", wie der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Oberbayern-Ost beim Festakt Franz Vogl nannte. Die letzten zehn Jahre seiner Berufslaufbahn ist der 64-Jährige an der Spitze des Neufahrner Oskar-Maria-Graf-Gymnasiums gestanden. Es war ein feierlicher Abschied, bei dem alle Redner Vogl attestierten, ein leidenschaftlicher und manchmal auch anstrengender Verfechter einer zeitgemäßen und zeitgemäß ausgestatteten Schule gewesen zu sein.

Eines, das hatte der geborene Freisinger aus dem Stadtteil Lerchenfeld davor im Interview schon verraten, werde er sicher nicht vermissen im Ruhestand: die allzu oft unpünktlichen S-Bahnen. Franz Vogl hat 1974 sein Abitur am Freisinger Domgymnasium abgelegt, Sport, Politik und Soziologie studiert und ist seit 1981 im Schuldienst. Den Ausschlag dafür, erzählt er, hätten während seiner eigenen Schulzeit schon früh sein Sportlehrer Wolfgang Leistl und sein Sozialkundelehrer Hans Zehetmair gegeben.

Seinen Wohnort Freising hat Franz Vogl nie verlassen, auch nicht, als die drei Kinder erwachsen waren. Mittlerweile ist das erste Enkelkind auf der Welt und das zweite folgt demnächst. Für den scheidenden Schulleiter ist deshalb schon ganz klar, was seine neue Berufung ist. Er sagt es mit einem breiten Lächeln: "Vollzeit-Opa." Die weiteren Pläne bestehen aus Reisen mit dem Wohnwagen durch Deutschland und Europa, "und das außerhalb der Ferien", wie er genüsslich anfügt, "und gern auch mal Fernreisen weiter weg".

Was er neben den S-Bahnen ebenfalls nicht vermissen werde, sagt Vogl, seien "immer neue ministerielle Vorgaben", wie er sie während seiner Amtszeit nicht nur bei den Rückwärtsrollen zwischen acht- und neunjährigem Gymnasium umzusetzen hatte. Eines aber werde ihm sicher fehlen, "die Kollegen und Kolleginnen, Schüler und Schülerinnen und die große Abwechslung, die man als Chef täglich meistern muss".