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Wirtschaftsregion Freising:Attraktiv für den Mittelstand und Auslandsunternehmen

Das Hofbrauhaus wird in Freising bei den Top-Mittelständlern gelistet.

(Foto: Marco Einfeldt)

Bei einem bundesweiten Standort-Ranking für Unternehmen erhalten Freising, Hallbergmoos und Neufahrn gute Platzierungen, größter Aufsteiger ist Allershausen.

Von Thilo Schröder, Freising

Mehrere Gemeinden im Landkreis Freising sind offenbar besonders attraktiv für Mittelstands-, Familien- und Auslandsunternehmen sowie für Investoren. Das geht aus dem aktuellen Standortranking des Unternehmensportals "Die Deutsche Wirtschaft" (DDW) hervor. Als Berechnungsgrundlage dienen Anzahl und Größe ansässiger Top-Firmen. Unter den bundesweit 3814 analysierten Orten schneidet demnach Freising mit Platz 353 im Gesamtranking am besten ab im Landkreis, gefolgt von Hallbergmoos (408) und Neufahrn (768). Schlusslicht unter den zehn einbezogenen Landkreisgemeinden ist Hörgertshausen (3445). Größter Aufsteiger im Vergleich zum vorigen Ranking ist Allershausen (plus 1091 auf 1629).

Der Standort Freising ist im DDW-Gesamtranking zuletzt 32 Plätze emporgeklettert. Zwölf Top-Unternehmen mit einem Jahresumsatz von zusammen rund 1600 Millionen Euro und weltweit etwa 7200 Beschäftigten sind demnach in der Domstadt angesiedelt. Die beste Platzierung erhält Freising in der Kategorie "Top-Familienunternehmen" (217). Dazu zählt etwa die Industrie-Firmengruppe Senata. Außerdem gibt es sechs Top-Mittelständler, darunter das Gräfliche Hofbrauhaus. In Auslandsbesitz sind vier Unternehmen, etwa die Molkerei Weihenstephan, die mit der Müller-Milch-Familie einen Eigentümer aus der Schweiz hat. Am schlechtesten schneidet Freising in der Kategorie "Unternehmen in Trend- und Wachstumsmärkten" ab (475). Hier nennt DDW die im 3-D-Printing tätige Print2 Taste GmbH.

Im Gesamtranking 43 Plätze eingebüßt hat Hallbergmoos, vormals Spitzenstandort im Landkreis. Angesiedelt sind dort demnach 13 Top-Unternehmen mit einem Jahresumsatz von insgesamt rund 290 Millionen Euro und weltweit etwa 1800 Beschäftigten. Anders als Freising erreicht der Standort in der Kategorie "Unternehmen in Auslandsbesitz" die beste Platzierung (96). Elf Firmen, darunter der Juwelier Oro Vivo mit Eigentümer aus Frankreich, sind hier gelistet. Zudem gibt es in Hallbergmoos mit dem Softwareunternehmen Supply On eine Top-Trendfirma, die zugleich im Besitz von Investoren ist. Für Mittelständler ist der Standort mit Rang 1425 offenbar deutlich weniger attraktiv.

Der Juwelier "Orovivo" in Hallbergmoos ist infranzösischem Besitz

(Foto: Marco Einfeldt)

Auch Neufahrn ist im DDW-Gesamtranking um 30 Plätze leicht zurückgefallen. Fünf Top-Unternehmen sind dort gelistet. Wie Hallbergmoos bekommt der Standort die beste Platzierung in der Kategorie Auslandsunternehmen (367). Zu den vier hier gelisteten Firmen zählt der Schwimmbeckenbauer Desjoyaux Pools Freising mit französischem Eigentümer. Zur Kategorie Top-Trendfirmen zählt das Robotik-Unternehmen Vivisol Deutschland. Weniger attraktiv ist Neufahrn offenbar für Familien- und Mittelstandsunternehmen (Platz 1302 beziehungsweise 1452). Dazu zählt DDW die Großbäckerei Höflinger Müller.

Der Schwimmbadhersteller "Desjoyaux" in Neufahrn hat wie "Orovivo" französische Eigentümer. Sie gehören zu den hier gelisteten Top-Auslandsunternehmen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Eching hat aufgeholt

Aufgeholt hat der Standort Eching (plus 388 auf 1548). Dort sind zwei von vier gelisteten Top-Firmen in Auslandsbesitz, darunter die Bemo Tunnelling GmbH mit Eigentümer aus Tschechien. In Allershausen (1629) gibt es zwei Top-Firmen in Auslandsbesitz, darunter die Banner Batterien Deutschland GmbH mit Eigentümer aus Österreich. Etwas abgerutscht im DDW-Gesamtranking ist der Standort Kranzberg (minus 61 auf 1732). Die beste Platzierung gibt es hier in der Kategorie Trendbranchen (1063), die schlechteste in der Mittelstand-Kategorie (1777). Gelistet ist über alle Kategorien hinweg eine Top-Firma: der Softwareentwickler Esri Deutschland. Wie Kranzberg liegt der Standort Moosburg mit Platz 1859 im Mittelfeld des Gesamtrankings, ist im Vergleich zur vorigen Rangliste jedoch ähnlich stark vorgerückt wie Allershausen: um 1081 Plätze. Genannt wird eine Top-Mittelstandsfirma: die Elektrotechnischen Werke Fritz Driescher & Söhne GmbH.

Im hinteren Drittel des DDW-Gesamtrankings liegen die Standorte Fahrenzhausen (2615), Au (2761) und Hörgertshausen (3445). In Fahrenzhausen sind zwei Top-Mittelständler gelistet, darunter die Familienbäckerei Kistenpfennig. Zwei Top-Unternehmen in Auslandsbesitz werden für Au aufgeführt, darunter die Schlossbrauerei Au mit chinesischem Eigentümer. In der Gemeinde Hörgertshausen hat der Maschinenbauer GSI Global System International Deutschland einen italienischen Eigentümer.

Gute Freizeitmöglichkeiten

Neben dem Ranking nach Top-Unternehmen gibt es auf dem DDW-Portal die Möglichkeit, die jeweiligen Standorte anhand von sieben Faktoren mit Schulnoten zu bewerten. Zwar steht dies allen offen, laut DDW benoten aber vor allem Unternehmer und Geschäftsführer. Die Faktoren sind Infrastruktur, Flächenangebot, Arbeitsmarkt, Wirtschaftsnetzwerk, Wirtschaftsförderung, Verwaltung und Freizeit. Bei dieser Bewertung erhält Hallbergmoos aktuell mit 1,57 die beste Note im Landkreis. Es folgen Freising (2,41), Neufahrn (2,43), Moosburg (2,56) und Eching (2,74). Für Allershausen, Kranzberg, Fahrenzhausen, Au und Hörgertshausen liegt keine Bewertung vor.

Das aktuelle DDW-Standortranking mit allen analysierten Orten ist zu finden unter https://die-deutsche-wirtschaft.de/das-standortranking-deutschland/.

© SZ vom 19.07.2021
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