Freisinger Umwelttage:Übers Jahr viel los im Moos

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Freisinger Umwelttage: Beate Metz vom Amt für Stadtplanung und Umwelt und Manfred Drobny (Umweltreferent der Stadt Freising) stellen das Programm der Umwelttage im Juli vor.

Beate Metz vom Amt für Stadtplanung und Umwelt und Manfred Drobny (Umweltreferent der Stadt Freising) stellen das Programm der Umwelttage im Juli vor.

(Foto: Marco Einfeldt)

Das Niedermoor vor den Toren der Stadt Freising steht Anfang Juli im Mittelpunkt einer fünftägigen Veranstaltungsreihe. Zum Auftakt der Umwelttage spielen Hans Well und die Wellbappn im großen Rathaussaal auf.

Von Peter Becker, Freising

Das Freisinger Moos sei ein Schatz für den Klima- und Naturschutz. Den gelte es zu heben, sagte Manfred Drobny, Umweltreferent der Stadt, bei einer Pressekonferenz im Rathaus. Darum steht das Niedermoor im Mittelpunkt der Umwelttage, die sich von Mittwoch, 29. Juni, bis Sonntag, 3. Juli, erstrecken. Geplant sind neben Infoständen in der Innenstadt acht Exkursionen in die Mooslandschaft vor den Toren Freisings.

Die Vorbereitungen für den Umwelttag laufen eigentlich schon seit dem vergangenen Juni. Damals startete ein Wettbewerb unter dem Motto "Übers Jahr viel los im Moos". Jung und Alt sollten sich mit der Bedeutung des Landstrichs für Mensch, Natur und Klima auseinandersetzen. Der Wettbewerb sei anfangs schleppend angelaufen, berichtete Beate Metz vom Amt für Stadtplanung und Umwelt. Doch dann nahm er Fahrt auf und es gingen viele Zeichnungen, Bilder, Bastelarbeiten, Fotos und Filme bei der Stadt ein. Metz hob die hohe Beteiligung der Schulen, insbesondere des Sonderpädagogischen Förderzentrums in Pulling hervor.

Ausstellung der Wettbewerbsbeiträge in der Stadtbibliothek

Die Werke werden nun vom 3. Juni bis zum 2. Juli in der Stadtbibliothek ausgestellt. Jede Besucherin und jeder Besucher kann bis zum 25. Juni seinen Favoriten auswählen. Bekanntgabe der Sieger ist am Samstag, 2. Juli, um 11 Uhr in der Freisinger Innenstadt.

Zum Auftakt der Umwelttage spielen Hans Well und die Wellbappn im großen Rathaussaal auf. Der Eintritt dazu ist frei. Diplombiologe Ulrich Mäck, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Donaumoos, hält einen Vortrag über seine Arbeit. Er ist Leiter für Moorprojekte und Fachmann für ornithologische Fragen. Seit 30 Jahren organisiert er die Renaturierung des Donaumooses, die ein Vorbild für das Freisinger Moos sein kann.

Das Freisinger Moos sichert auch das Trinkwasser der Stadt Freising

Drobny hob in seiner Vorschau auf den Umwelttag die große Bedeutung des Freisinger Mooses hervor. Der Grundwasserspeicher und der Torfboden tragen zum Klimaschutz bei, in dem sie Kohlendioxid speichern. Sie sichern das Trinkwasser der Stadt, speichern Regenwasser und sind Basis einer großen Artenvielfalt. Das Niedermoor sei Erholungsraum für Kiebitze und Menschen zugleich.

In den vergangenen hundert Jahren war das Moos entwässert worden, um Torf abzubauen. Menschen verwandelten Streuwiesen zu Grünland und Äckern. Der Preis dafür, heißt es in der Ankündigung der Umwelttage, sei schwindendes Grundwasser. Der Torfboden zersetze sich und setze klimaschädliche Gase frei. Jetzt soll dieser Prozess rückgängig gemacht werden. Deshalb nimmt die Stadt Freising am bayerischen Klimaschutz-Programm teil.

Freisinger Umwelttage: Diverse Salbeiarten blühen unter anderem im Freisinger Moos. Naturschützer wollen hier die Biodiversität und die Ausbreitung bedrohter Arten fördern.

Diverse Salbeiarten blühen unter anderem im Freisinger Moos. Naturschützer wollen hier die Biodiversität und die Ausbreitung bedrohter Arten fördern.

(Foto: Sophie Linckersdorff)

Offizielle Eröffnung der Umwelttage ist am Samstag, 3. Juli, um 9.30 Uhr in der Freisinger Innenstadt. ADFC, die Agenda-Gruppe für Energie und Klimaschutz, Bund Naturschutz, Freisinger Stadtwerke, die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) und die Landesanstalt für Landwirtschaft, die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt mit dem Landschaftspflegeverband und die Volkshochschule sind dort mit Infoständen vertreten.

Besonders spannend dürften die Exkursionen ins Moos werden. Dabei handelt es sich um geführte Fahrradtouren. Wer will, kann am Samstag Tagfalter und Blüten im Niedermoor entdecken. Treffpunkt ist um 15 Uhr an der Moosachbrücke der Ortsverbindungsstraße zwischen Vötting und Pulling. Start ist am Moosach-Weiher am nördlichen Ortsrand von Pulling. Ein (Rad-) Spaziergang führt um 17 Uhr zu den Wäldern im Freisinger Moos. Parallel dazu findet eine Radexkursion ins Trinkwassereinzugsgebiet statt. Treffpunkt ist am Parkplatz am Vöttinger Weiher. Zu diesen Exkursionen bietet der ADFC einen Radl-Shuttle-Service an. Treffpunkt ist um 16 Uhr am Marienplatz. Um 21 Uhr startet am Pullinger S-Bahnhof eine geführte Radtour zu den Nachtfaltern im Moos.

Auch zwei Radlexkursionen gehören zum bunten Veranstaltungsprogramm

Zwei Radlexkursionen führen am Sonntag um 10 und 13 Uhr zur Moor- und Klimaforschungsstation der HSWT. Treffpunkt ist jeweils der Vogelbeobachtungsturm im Moos. Daran sollten jeweils nur maximal 30 Personen teilnehmen. Um zehn Uhr startet eine geführte Radtour vom Vöttinger Weiher aus ins Niedermoor. Biolandbauer Lorenz Kratzer führt um 14 Uhr zu seinen Weidetieren. Um zum Treffpunkt zu kommen, müssen Interessierte bei der Moosachbrücke zwischen Vötting und Pulling Richtung Sünzhausen abbiegen und dann etwa noch 250 Meter weiterfahren.

Familien können von 14 bis 17 Uhr den Bienengarten am Sebaldhaus besuchen. Die Bienenbelegstelle im Freisinger Moos ist ebenfalls für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Stadt.

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