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Feiern in Freising:"Volksfest light" wird geprüft

Die Stadt Freising plant im Herbst ein "Volksfest light".

(Foto: Marco Einfeldt)

Die Stadt plant ein Konzept mit wenigen Fahrgeschäften und Biergarten. Es soll familiär werden, eine Art mobiler Freizeitpark.

Von Thilo Schröder, Freising

Die Stadt Freising lässt derzeit prüfen, ob im September eine Ersatzveranstaltung für das Freisinger Volksfest durchführbar ist. Das bestätigte am Freitag Adrian Gewald, Sprecher des Ordnungsamtes. "Ob heuer tatsächlich etwas stattfinden kann, wird gerade gemeinsam mit verschiedenen Behörden, Ämtern und Fachstellen geprüft. Wenn eine Veranstaltung stattfindet, dann zur selben Zeit, wie das Volksfest normalerweise stattgefunden hätte." Die Staatsregierung hatte zuletzt überregionale Märkte im Freien mit 1500 Besuchenden wieder erlaubt, allerdings ohne Volksfest-Charakter und mit Einzelfall-Prüfung.

Vor diesem Hintergrund soll auch bei einer möglichen Freisinger Veranstaltung keine Bierzelt-Stimmung aufkommen. "Angedacht sind Karussells, zwei, drei Fahrgeschäfte und ein Biergarten", so Sprecher Adrian Gewald. "Es soll eher familiär werden, eine Art mobiler Freizeitpark." Normalerweise sind auf dem Freisinger Volksfest etwa 55 Schausteller vertreten. "Aufgrund der aktuellen Situation kann für dieses Jahr allenfalls mit der Hälfte gerechnet werden", sagt Gewald.

Die maximale Zahl der Besuchenden könnte sich auf Basis der Größe des Areals in der Luitpoldanlage weiter reduzieren. Abzüglich der Fläche für Fahrgeschäfte ergäben sich 8000 bis 10 000 Quadratmeter Fläche, schätzt Gewald, und pro zehn Quadratmeter Fläche sei eine Person erlaubt. Entsprechend dürften sich 800 bis 1000 Leute gleichzeitig auf dem Areal aufhalten - mit Einlasskontrolle. "Das hängt aber auch von den jeweiligen Auflagen ab, die möglicherweise noch kommen. Ab Mitte August wird das absehbar sein." Eine solche Veranstaltung könne das Volksfest freilich nicht ersetzen, Gewald betont jedoch: "Es geht darum, den Schaustellern eine Perspektive und den Bürgern die Möglichkeit zu geben, einen Schritt in Richtung Normalität zu gehen."

Auch in Moosburg denkt man über mögliche Alternativen für die dortige Herbstschau nach. Ein mögliches Szenario wäre, an zwei bis drei Wochenenden von Donnerstag bis Sonntag etwas anzubieten, das hatte Bürgermeister Josef Dollinger (FW) zuletzt im Stadtrat nach einem Gespräch mit dem Festwirt berichtet. Der Tenor war jedoch eher skeptisch. In Neufahrn hatte man eine Zeitlang überlegt, das im April abgesagte Volksfest im Herbst nachzuholen, sich nun jedoch final dagegen entschieden, wie die Gemeinde am Freitag mitgeteilt hat. Die Entscheidung sei einvernehmlich zwischen Gemeinde und Volkswirt gefallen. Beide Seite hoffen demnach, dass bis zum Frühjahr 2022 "so viel Normalität zurückgekehrt ist, dass das beliebte Volksfest, so, wie die Neufahrner es kennen, zum regulären Frühjahrstermin im April stattfinden kann". Das Weiße Lampionfest Anfang August wolle man indes durchführen, nach Möglichkeit wieder mit Bierbankverleih, sagte Rathausprecherin Gabriele Ostertag-Hill. Und für den Herbst plane man eine Open-Air-Veranstaltung mit Bands am Galgenbachweiher.

© SZ vom 17.07.2021 / ilos
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