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Freising:Kleiner Lichtblick

Suche nach Mitarbeitern nimmt auf Arbeitsmarkt leicht zu

Von Petra Schnirch, Freising

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt angespannt. Im Landkreis Freising lag die Arbeitslosenquote im Februar unverändert bei 3,3 Prozent - vor einem Jahr betrug sie noch 2,3 Prozent. In den Außenberufen konnte wegen der Wetterverhältnisse nur eingeschränkt gearbeitet werden, auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie waren "weiter deutlich spürbar", wie die Agentur für Arbeit Freising mitteilt. Im gesamten Agenturbezirk, zu dem die Landkreise Dachau, Ebersberg und Erding gehören, waren 3495 Menschen mehr auf der Suche nach einer neuen Stelle als vor einem Jahr.

Im Landkreis Freising zählte die Behörde im Februar insgesamt 3658 Arbeitslose, 16 mehr als im Januar. Nikolaus Windisch, Chef der Arbeitsagentur, kann in seiner Monatsbilanz aber auch von einem positiven Trend berichten: Die Suche nach Mitarbeitern hat zuletzt leicht zugenommen. Die Arbeitgeber meldeten im Landkreis 294 Job-Offerten, das waren 54 mehr als im Vormonat. Der Stellenpool umfasste insgesamt 1113 Angebote. Das hohe Niveau der Vorjahre werde aber weiter deutlich unterschrieben, teilt die Arbeitsagentur mit. Gesucht wird vor allem Personal im Segment Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit, im produzierenden Gewerbe sowie in den Gesundheitsberufen.

Die Zahl der Betriebe, in denen das Instrument der Kurzarbeit genutzt wird, ist hoch. Die aktuellsten Zahlen für den Landkreis liegen für September vor: Kurzgearbeitet wurde in 564 Betrieben, 12 028 Beschäftigte waren davon betroffen. Der bisherige Höchststand war im Mai erreicht worden - mit 17 866 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus 1079 Betrieben.

Auf den Ausbildungsmarkt hat die Coronakrise bisher offenkundig nicht durchgeschlagen, das zeigen erste statistische Auswertungen zum Berufsberatungsjahr. "Die Betriebe wollen weiter ausbilden", bilanziert die Arbeitsagentur. Die Zahl der zwischen Oktober und Februar gemeldeten Lehrstellen hat mit 2327 Angeboten in den vier Landkreisen sogar leicht zugelegt. Gefragt sind beispielsweise angehende Einzelhandelskaufleute (335 Ausbildungsstellen), Verkäuferinnen und Verkäufer (136), Lagerlogistikfachleute (112) sowie zahnmedizinische Fachangestellte, Energie- und Gebäudeelektroniker oder Bankkaufleute.

Die Situation für die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen sei in diesem Jahr schwierig, sagt Windisch. Es gelte, den Stoff und die Prüfungen unter Pandemie-Bedingungen zu bewältigen. "Trotzdem ist es wichtig, auch den Blick nach vorne zu richten und an die Zeit nach der Schule zu denken", rät er. Wer noch keine konkrete Perspektive habe, sollte sich an die Berufsberater wenden. Sie informierten nicht nur über Arbeitsangebote, Ausbildungs- und Studienplätze, sondern auch über Überbrückungshilfen.

Anmelden können sich Jugendliche ab sofort unter der Telefonnummer 0 81 61/171-510. Von 15. bis 19. März plant die Arbeitsagentur zudem eine Woche der Ausbildung.

© SZ vom 03.03.2021
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