Freisinger Stadtteil Neustift:Stadt will "Grüne Hänge" über Alter Poststraße schützen

Lesezeit: 2 min

Freisinger Stadtteil Neustift: Die Sterntreppe von der Alten Post zur Eckerstraße ist vollkommen ausreichend, finden Anwohner. Die Stadt Freising will dennoch einen neuen Weg über die "Grünen Hänge" schaffen.

Die Sterntreppe von der Alten Post zur Eckerstraße ist vollkommen ausreichend, finden Anwohner. Die Stadt Freising will dennoch einen neuen Weg über die "Grünen Hänge" schaffen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Planungsausschuss genehmigt Entwurf für Bebauungsplan. Pflege von Natur, Boden und Landschaft soll gesichert sein.

Von Peter Becker, Freising

Die "Grünen Hänge" an der Abbruchkante des Tertiären Hügellandes in Freising prägen das Erscheinungsbild der Stadt. Typische Bäume und Sträucher sind von Weitem wahrnehmbar. Zu ihren Füßen breitet sich kleinteilige Bebauung aus. Die Höhen sind locker bebaut. Die Stadt will diese "Grünen Hänge" erhalten. Der Planungsausschuss des Stadtrats billigte nun den Entwurf eines Bebauungsplans für die Hanglage an der Alten Poststraße und gab ihn für die weitere Bearbeitung frei.

Zunächst hatte das Gremium einige Einwände von öffentlichen Behörden und Privatpersonen abzuarbeiten. Das Landesamt für Denkmalpflege wies darauf hin, dass sich im Planungsgebiet spätmittelalterliche und neuzeitliche Bodendenkmäler sowie ehemalige Grabhügel mit Bestattungen aus der mittleren Bronzezeit befinden.

Eine zusätzliche Bebauung ist nicht erwünscht

Diese gelte es zu erhalten. Die Stadtverwaltung versicherte in einer Ergänzung des ursprünglichen Entwurfs, bei jeglichen Eingriffen im Planungsgebiet zuvor die Erlaubnis des Landesamts einzuholen. Jegliche Bodeneingriffe in diesem sensiblen Gebiet erforderten höchst fachliche Standards. Eine zusätzliche Bebauung ist dort nicht erwünscht. Dort sollten auch nur flach wurzelnde Gehölze gepflanzt werden.

Gegenüber dem Landratsamt verpflichtete sich die Stadt, eventuelle auftauchende Bodenverunreinigungen zu melden. Die Untere Naturschutzbehörde riet von einer Bepflanzung mit Robinien ab. Diese neigten in vorgerücktem Alter dazu abzubrechen. Zudem bilde diese Pflanze Ausläufer. Manfred Drobny (Grüne) schloss sich dieser Argumentation an. "Die Robinie passt nicht", stellte er fest. Man solle sich vielmehr am alten Bestand orientieren. Durch ihre Ausläufer verdränge sie heimische Gewächse. Nur dass sie "ganz nett" aussehe, sei dies noch lang kein Grund, die Robinie dort anzupflanzen.

Wertvolle Nahrung für Insekten

Karl-Heinz Freitag bezeichnete das Gewächs als Pioniergehölz. Sie sei sehr wohl heimisch. Durch ihr Austreiben binde sie das Erdreich. Um ein Abbrechen zu vermeiden, müsse sie man nur am Stock zurücksetzen. Dann treibe sie wieder aus. Die Verwaltung selbst hält das vereinzelte Pflanzen von Robinien für sinnvoll. Sie stellten auf Grund ihrer Schmetterlingsblüten eine wertvolle Nahrungsquelle für Insekten dar und kämen mit trockenen, nährstoffarmen Böden sowie stadtklimatischen Belastungen gut zurecht.

Einwände haben Anwohner gegen einen geplanten Weg von der Ignaz-Günther- zur Alten Poststraße. Er verlaufe versteckt und lade zu nächtlichen Treffs ein. Dies wiederum hätte eine Ruhestörung für die Anwohner zur Konsequenz. Die Anwohner wenden ebenfalls ein, dass Anwesen dann ständig den Blicken von Passanten ausgesetzt seien. Überdies gebe es bereits die "Sterntreppe" als Verbindung zur Alten Poststraße. Und diese werde wenig genutzt.

Von nächtlichen Ruhestörungen ist wenig bekannt

Die Stadt widerspricht dem. "Die Sterntreppe" werde sehr genutzt. Von nächtlichen Ruhestörungen sei wenig bekannt. Die Verbindung von der Ignaz-Günther- zur Alten Poststraße sei eine wichtige Ergänzung. Die Verwaltung verweist auf das hohe Verkehrsaufkommen auf der engen Straße und das damit verbundene Risiko für Fußgänger. Die Erreichbarkeit des Landratsamts und des Wochenmarkts werde erleichtert. Vor Einblicken Fremder könnten sich Anwohner durch eine entsprechende Bepflanzung schützen. Die Verwaltung hält deshalb am geplanten Weg fest.

Ein weiterer Einwand zielt darauf ab, Grundstücke aus dem Bebauungsplan herauszunehmen. Der Eigentümer hatte diese vor Jahren gekauft, um dort ein einheitliches Baugrundstück zu schaffen. Die Stadt hält trotzdem an der vorgesehen Planung fest. Ein weiterer Einwand zielt darauf ab, die Neustifter Sternschule ebenfalls in die "Grünen Hänge" mit einzubeziehen. Doch diese liege nicht mehr im Bereich der Schutzfläche, sondern komplett auf dem flachen Bereich hinter dem Hang, argumentiert die Stadtverwaltung.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB