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Freising:Anwohner entlasten

Kreis-SPD fordert Tempolimit wegen Umleitungsverkehr

Die Zahl der Straßenbaustellen gerade im Ampertal ist für viele Autofahrer derzeit ein großes Ärgernis. Da sowohl die B 301 zwischen Freising und Zolling als auch die Verbindung nach Kirchdorf gesperrt sind, fließt ein Großteil des Verkehrs über Haindling und Palzing. Kritik kommt auch vom SPD-Kreisverband. In Zukunft sei eine bessere Koordination zwischen den Bauämtern der verschiedenen Ebenen notwendig, sagt Kreisvorsitzender Andreas Mehltretter. Die Anwohner wiederum könnten entlastet werden, wenn während der Bauphase, etwa in Haindlfing und Palzing, Tempo 30 eingeführt werden könnte.

Da dies laut der aktuellen Straßenverkehrsordnung nicht möglich sei, wenden sich Mehltretter sowie Kreis- und Stadtrat Peter Warlimont mit einem Schreiben an die SPD-Bundestagsfraktion und bitten um Unterstützung für ihre Initiative. Sie setzen sich dafür ein, dass eine "vorübergehend deutlich veränderte Verkehrs- und Lärmsituation infolge einer Umleitung" innerorts als stichhaltiger Grund anerkannt wird, um zu bestimmten Zeiten oder rund um die Uhr ein Tempolimit auf der gesamten Strecke oder auf Teilstücken zu erlassen. Bisher könne das auf Straßen mit überörtlichem Verkehr nur angeordnet werden, wenn sich dort beispielsweise eine Kindertagesstätte oder ein Seniorenheim befinden oder eine nachweisliche Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit vorliege. Die Umleitungen führten oft über Nebenstrecken und durch Orte, "deren Straßen für diese Verkehrslast nicht ausgelegt sind".

Prinzipiell aber, auch das geht aus dem Schreiben hervor, würde es der Kreisverband begrüßen, wenn den Kommunen grundsätzlich die Möglichkeit eingeräumt würde, nach eigenem Ermessen Geschwindigkeitsbegrenzungen auszuweisen. Dies ist derzeit beispielsweise in Kranzberg ein Thema, mehrere Gemeinderäte plädieren für ein Tempolimit in der Ortsmitte, rechtlich aber ist das derzeit offenkundig nicht machbar.

© SZ vom 14.08.2020 / psc

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