Flughafenanbindung Die Bahn kommt pünktlich

Die Gleise sind fertig, der Strom ist eingeschaltet. Bei Testfahrten ist die neue Strecke zum Flughafen geprüft und laut Bahn für gut befunden worden.

(Foto: Bahn/oh)

Die Neufahrner Gegenkurve ist bereits fertig. Das 2,2 Kilometer lange und 91 Millionen Euro teure Gleisstück für den "Flughafenexpress" wird wie geplant von 9. Dezember an Ostbayern direkt mit dem Airport verbinden

Von Alexandra Vettori

Die erste Fernzuganbindung des Münchner Flughafens geht zwar erst am Sonntag, 9. Dezember, in Betrieb, doch fertig ist die Neufahrner Gegenkurve schon jetzt. Damit bleiben die Bauarbeiten für das 2,2 Kilometer lange Gleisstück nicht nur locker im Zeitplan, auch die prognostizierten Kosten von 91 Millionen Euro sind laut Bahn eingehalten worden.

Während der Streckensperrung in den Sommerferien sind die letzten Arbeiten an der Gegenkurve gelaufen: Die Oberleitungen wurden montiert, die Masten dafür aufgestellt und die Weichen eingebaut, damit die Züge aus Ostbayern von der Strecke München - Freising abzweigen und in die Strecke der Flughafen-S-Bahn einschleifen können. Ende September, so berichtet ein Sprecher der DB-Großprojekte, sei der Strom eingeschaltet worden. Im Oktober ist der neue Schienenstrang erstmals befahren worden. Da fanden so genannte Abnahmefahrten auf der Neufahrner Gegenkurve statt. Dabei testeten Spezial-Schienenfahrzeuge die Oberleitungen dahingehend, ob genügend Strom fließt und ob das Zusammenspiel zwischen Fahrzeug und Infrastruktur funktioniert. Auch die Steuerungsanlagen im Gleis und die Überleitungen auf die Freisinger und Flughafen-Bahnstrecke wurden einem Test unterzogen - und laut Bahnsprecher für gut befunden. Wie er betont, habe man nur in vier bis fünf Nächten diese Fahrten durchführen müssen. "Wir haben die erwarteten zufriedenstellenden Ergebnisse bekommen", so der Sprecher und fügt hinzu: "Von der Infrastruktur-Seite her ist alles im Plan, wir sind am Ziel."

Auch die Vorbereitungen beim Fahrplan sind abgeschlossen. Hier ist die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) am Zug, die den Regional- und S-Bahn-Verkehr im Auftrag des Freistaates plant, finanziert und kontrolliert. Laut Sprecherin der BEG ist die Inbetriebnahme des "Flughafenexpress'", wie die neue Direktverbindung zwischen Regensburg und Flughafen München nun offiziell heißt, kein Problem. Den Zuschlag dafür hat am 24. Oktober die DB Region Bayern erhalten. Laut Fahrplan fahren die Züge stündlich von 5.28 bis 22.28 Uhr und dann noch einmal um 0.28 vom Flughafen ab. Am Regensburger Hauptbahnhof startet er ab 3.18 Uhr bis 20.14 und noch einmal um 22.14 Uhr. Der Fahrplan ist inzwischen auch unter bahn.de abrufbar.

Die Reisezeit ab Regensburg beträgt eineinviertel Stunden, ab Landshut eine gute halbe Stunde. Der Flughafenexpress wird stündlich auch in Obertraubling, Köfering, Hagelstadt, Eggmühl, Moosburg und Freising halten. Neufahrn in Niederbayern und Ergoldsbach werden alle zwei Stunden von dem neuen Zug bedient. Die elektrischen, drei- sowie viergliedrigen Fahrzeuge des Typs Bombardier Talent 2, die auf der Strecke zum Einsatz kommen, werden aus dem Werdenfelsnetz und Rhein-Sieg-Express herausgelöst. Im vierteiligen Zug stehen rund 220 Plätze zur Verfügung, davon zwölf in der ersten Klasse. Im dreiteiligen Zog haben bis zu 160 Fahrgäste Platz. Ein besonderes Augenmerk wurde auf großzügige Gepäckabstellmöglichkeiten gelegt. Zwischen Flughafen und Freising sollen in jedem Zug mindestens zwei Zugbegleiter anwesend sein, um besonders den ortsfremden Fahrgästen zu helfen.

Nach aktuellem Preisstand wird die 53 Kilometer lange Fahrt von Landshut zum Flughafen im Nahverkehrstarif 12,90 Euro kosten. Die Wochenkarte gibt es für 73,40 Euro, die Monatskarte kostet 232,90. Von Regensburg aus kostet die 115 Kilometer lange Fahrt 25,70 Euro. Schon jetzt weist die Bayerische Eisenbahngesellschaft allerdings darauf hin, dass sich die Preise 2019 leicht erhöhen könnten.