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CSU-Kreisverband Freising:Florian Herrmann bleibt Kreisvorsitzender

Florian Herrmann bleibt weiter Kreisvorsitzender der CSU und wird wohl auch in Zukunft auf Veranstaltungen im Landkreis, wie hier der Moosburger Herbstschau, zu sehen sein.

(Foto: Marco Einfeldt)

Bei der Vertreterversammlung wird der komplette Vorstand bestätigt. Allerdings sind die Mitgliederzahlen rückläufig.

Florian Herrmann, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei und Freisinger Stimmkreis-Abgeordneter, ist in seiner Funktion als Kreisvorsitzender der CSU bei der Kreisvertreterversammlung im Alten Wirt in Langenbach mit über 95 Prozent bestätigt worden. Herrmanns vier Stellvertreter wurden wieder Bundestagsabgeordneter Erich Irlstorfer, Moosburgs Bürgermeisterin Anita Meinelt, Bezirksrat Simon Schindlmayr und der Hallbergmooser Bürgermeister Harald Reents. Schatzmeister ist wieder Rudi Linz, und die beiden neuen Schriftführerinnen sind Sonja Aigner und Tanja Knieler.

Die Vorstands- sowie die weiteren Wahlen der 14 Beisitzer und der Delegierten für den Bezirks- und den Landesparteitag bestimmten die mehrstündige Versammlung. Florian Herrmann betonte in seinem Tätigkeitsbericht der letzten beiden Jahre das "offene Klima" im Kreisverband Freising, "es läuft sehr gut. Auf allen Ebenen sind wir exzellent aufgestellt", so sein Fazit. Bei der Mitgliederzahl von derzeit 1530 könne die CSU gleichwohl noch etwas zulegen. Die Zahl sei aber, vor allem durch das Ableben betagter Mitglieder, sogar leicht um 48 gesunken. Herrmann bezeichnete die Regierungskoalition der CSU mit den Freien Wählern als die richtige Entscheidung. Er selbst sei als Chef der Staatskanzlei "einer der wenigen Generalisten in der Regierung", in Staatskanzlei, Bundesrat und der bayerischen Vertretung in Brüssel. Bei der anstehenden Europawahl gelte es, den zivilisatorischen Vorsprung Europas nicht leichtfertig zu verspielen, mahnte er. Die Brexit-Themen würden nicht von einer breiten Basis vertreten, ein Grundkonsens an Werten verbinde alle EU-Mitglieder, die aufgefordert seien, mit einer Stimme zu sprechen. "Die CSU ist die Partei für Europa", so Herrmann.

CSU will der Entfremdung zwischen Landwirten und restlicher Gesellschaft entgegenwirken

Beim Volksbegehren Artenschutz seien nicht die Bienen das Problem, sagte der Chef der Staatskanzlei, sondern die tiefe Entfremdung zwischen Landwirten und der übrigen Gesellschaft. Die bayerische Staatsregierung habe deshalb zusätzlich zu der Übernahme des Textes des Volksbegehrens ein "Versöhnungsgesetz" beschlossen, das zusätzliche 75 Millionen Euro Förderung für die Landwirte zum Inhalt habe. Am eigenen Image arbeitet die CSU mit einem neuen Logo "Näher am Menschen" und einem Programm, das "große Linien und kleine Sorgen" abbilden solle. Herrmann: "Das muss der Kern unserer Arbeit sein, nicht die Theoretisierereien."

Schatzmeister Rudi Linz legte einen positiven Kassenbericht vor, mit rund 20 000 Euro Überschuss. Bezirksrat Simon Schindlmayr sprach über die Wichtigkeit des Bezirks-Haushalts mit knapp zwei Milliarden nur für Sozialausgaben. Landrat Josef Hauner betonte die "sachbezogene Arbeit" im Freisinger Kreistag, auch beim Asylthema. 1500 neue Unterkünfte hatte der Landkreis im Jahr 2015 zu schaffen. Der aktuelle Haushalt mit 205 Millionen Euro Volumen sei ohne Neuverschuldung gemacht worden. Eines hat der Landrat bis heute nicht weg gesteckt: die Vorwürfe an sein Amt wegen der Malachitgrün-Belastung von Fischen. Einerseits werde ihm vorgeworfen, er habe die Öffentlichkeit nicht rechtzeitig informiert, andererseits, er habe Fischzuchtbetriebe an den Pranger gestellt. "Meine Mitarbeiter haben da hervorragende Arbeit geleistet", stellte Hauner fest, und fügte nachdenklich an: "Es gibt Kräfte, die jedes Vertrauen in Behörden zerstören."