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Buch zum Thema Müllvermeidung:Weniger ist mehr

Tipps, wie jeder Freisinger dazu beitragen kann, den Müllberg zu verkleinern, gibt Manuela Gaßner in ihrem neuen Buch.

(Foto: Marco Einfeldt)

Manuela Gaßner stellt im Freisinger Rathaus ihr Buch zum Thema "Müllvermeidung in und um Freising" vor.

Von Nora Schumann, Freising

Zero Waste ist utopisch, Low Waste realistisch. Unter diesem Motto stellt Manuela Gaßner am Dienstagabend ihr Buch "Weniger ist mehr - Müllvermeidung in und um Freising" im großen Rathaussaal der Stadt Freising vor. Der Saal ist gut gefüllt, das Thema polarisiert. Müllvermeidung ist eines der großen Themen bei der Frage nach Klimaschutz, Gesundheit und Umweltschutz. Die Menschen wüssten um die Problematik von zu viel Müll, sagt Manuela Gaßner zu Beginn ihrer Präsentation, aber: "Alles, was weit weg ist, da verliert man den Bezug dazu." Der Zusammenhang von Kindern in Müllbergen und dem eigenen Konsum fällt schwer. Deshalb sei ihr der regionale Bezug wichtig gewesen, sodass jeder sehen könne, was sich direkt "dahoam" machen lasse, sagt Gaßner.

Das Buch gibt dabei ganz konkrete Informationen zum Thema Müll in der Region. Wer weiß schon, dass in Freising insgesamt 33 150 Tonnen Müll pro Jahr anfallen, davon alleine 584 Tonnen Altkleider? Oder dass allein in München 190 000 Kaffeebecher im Müll landen - täglich. Manuela Gaßner beschreibt das Wort Nachhaltigkeit gerne als Wertschätzung durch Wissen. "Wenn ich weiß, wo das Gemüse herkommt und den Produzenten vielleicht sogar persönlich kenne, dann schätze ich es mehr wert." Auch von diesem Aspekt aus sei der Einkauf regionaler Lebensmittel sinnvoll. Generell brauche Essen einen höheren Stellenwert, denn ohne "gehe schließlich gar nichts", so Manuela Gaßner. Mit dem Wegwerfen von Lebensmitteln würden auch die Ressourcen, die zu deren Herstellung benötigt werden, in die Tonne gekippt.

Low Waste als schrittweise Entwicklung

Das Buch sei auch aus den vielen Nachfragen im sozialen Umfeld entstanden. Von Bekannten sei sie angesprochen, erzählt Manuela Gaßner, sie sei ja plötzlich so extrem, wie sie das schaffe, so wenig Abfall zu produzieren. Dabei sei dieser Lebensstil eine schrittweise Entwicklung, erklärt sie. "Man probiert das Eine aus, das wird dann zum Alltag, dann probiert man das Nächste aus, das wird dann auch normal."

Es sei unrealistisch und auch viel zu aufwendig, eine sofortige und komplette Änderung aller Lebensbereiche anzustreben. Stattdessen gibt die Freisingerin den Zuhörenden eine Vorstellung davon, wie der Beginn eines Alltags mit weniger Müll aussehen kann: "Gehen Sie nach Hause und werfen Sie einen Blick in den Mülleimer. Dann entscheiden Sie sich für eine Sache, die Sie in Zukunft nicht mehr in Ihrem Müll sehen wollen. Das wird dann Alltag. Dann kommt das nächste Teil im Mülleimer dran." Außerdem könne man beispielsweise damit anfangen, generell weniger Abfalleimer im Haus aufzustellen.

Mit regionalen Tipps, Tricks, Informationen und ohne den so gefürchteten "erhobenen Zeigefinger" macht das Buch Umweltschutz damit greifbar und alltagstauglich.

Das Buch "Weniger ist mehr" von Manuela Gaßner wurde von der Stadt Freising gefördert, in einer Freisinger Druckerei gedruckt und es ist in den Buchläden der Stadt für zehn Euro pro Stück zu erwerben.

© SZ vom 13.12.2018/nta

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:Die Frau, die keinen Müll macht

Um möglichst wenig Abfall zu produzieren, kauft Manuela Gaßner sehr bewusst ein und stellt etwa ihr Waschmittel selbst her. Über ihre Erfahrungen berichtet sie in einem Blog.

Von Alexandra Vettori

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