Auszeichnung 1000 Euro für die "Spitzen-Dorfwirtschaft"

Das Kräuterschnitzel ist der Renner beim Alten Wirt in Langenbach. Doch auch sonst konnte der Gasthof beim Wettbewerb "Spitzen-Dorfwirtschaft" in vielen Kategorien punkten.

(Foto: Marco Einfeldt)

Der Alte Wirt in Langenbach ist bei einem Wettbewerb von Heimatministerium und Bayerischem Hotel- und Gaststättenverband als einziges Gasthaus im Landkreis Freising ausgezeichnet worden.

Von Karlheinz Jessensky, Langenbach

Einer der Klassiker auf der Speisekarte beim Alten Wirt in Langenbach ist das Kräuterschnitzel. Aber nicht nur beim Schnitzel kann der Alte Wirt punkten: Beate und Frank Dotzel, die Pächter der Gastwirtschaft, die im Eigentum der Gemeinde ist, haben den Ehrgeiz, einen typisch bayerischen Landgasthof zu führen. Das ist jetzt belohnt worden: Die Wirtsleute haben einen mit 1000 Euro dotierten Preis als "Spitzen-Dorfwirtschaft" in Bayern erhalten, als einzige übrigens im Landkreis Freising.

Ein paar hundert Gastwirtschaften aus ganz Bayern haben sich an dem Wettbewerb beteiligt, der vom Heimatministerium gemeinsam mit dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bayern) ausgeschrieben worden ist. Die hundert Besten wurden nun ausgezeichnet. Der jetzige Ministerpräsident Markus Söder hatte noch als Heimatminister den Wettbewerb auf den Weg gebracht und ist ihm auch im neuen Amt verbunden geblieben. "Unsere typischen bayerischen Wirtshäuser und Gaststätten sind ein lebendiges Symbol bayerischer Lebensart", hat Markus Söder vor ein paar Tagen bei der Preisverleihung im Hofbräuhaus München gesagt. Heimatwirtschaften seien Institutionen bayerischer Lebensart, so der Ministerpräsident.

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Vor 15 Jahren wurde die Gaststätte fast abgerissen

Das Gastgewerbe sei insbesondere für den ländlichen Raum Wirtschaftskraft und Jobmotor geworden, war von Festrednern im Hofbräuhaus weiter zu hören. Wirtschaftskraft, Dorfmittelpunkt, gesellschaftlicher Treffpunkt waren auch die Argumente, die den Langenbacher Gemeinderat vor 15 Jahren bewogen, die 125 Jahre alte Dorfwirtschaft vor dem Aus und dem Abriss zu bewahren und zu erwerben. Das Sterben von Dorfgaststätten überall im Land ist schließlich Alltag geworden.

Unter dem damaligen Ersten Bürgermeister Josef Brückl brauchte es trotzdem sogar einen eigenen Bürgerentscheid, um die Sanierung und den Erwerb des Alten Wirts durch die Gemeinde zu realisieren. Es hat sich gelohnt, der Alte Wirt ist ein Erfolgsmodell geworden, nicht grundlos heißt der große Saal im ersten Stock der Bürgersaal.

Was macht den Alten Wirt aus? Beate und Frank Dotzel bewirtschaften ihr Reich mit Gastwirtschaft, zwei Nebenzimmern, dem Bürgersaal mit 200 Plätzen, einem Biergarten und einem Nebentrakt mit 18 Fremdenzimmern mit Hingabe. Für die Bewerbung bei der DEHOGA machten die beiden eine Powerpoint-Präsentation, ließen einen Bildband erstellen, beantworteten einen umfangreichen Fragebogen, in dem es von den Öffnungszeiten bis zu Vereinen, die im Haus sind, ging. Kulturelle Veranstaltungen, Hoagart, Schafkopfrennen, Theateraufführungen waren Kriterien, die ebenfalls erfüllt sind.

Beate und Frank Dotzel betreiben ihre Wirtschaft mit Herzblut, sie ist wieder Mittelpunkt im Dorf geworden.

(Foto: Astrid Schmidhuber/ Privat)

Der Chef steht selbst am Herd

Und natürlich ging es auch um eine entscheidende Frage: Was steht auf der Speisekarte? Frank ist selbst als Chefkoch tätig, ein weiterer Koch unterstützt ihn. Was auf den Tisch kommt, stammt aus der Region, ob aus kleinen regionalen Brauereien, dem Metzger aus Kirchdorf, dem Gemüsehändler aus Attenkirchen oder das Wild vom örtlichen Revierpächter.

Gekocht wird auch saisonal. Da stehen Kräuter- oder Wildwochen auf dem Programm, Schnitzel- oder Spargelwochen. Braten vom Schwein oder Rind gibt es bevorzugt am Sonntag, unter der Woche gern auch mal leichte Küche für Gäste, die schnell vom Arbeitsplatz zum Mittagessen kommen oder auch auf der Durchfahrt sind.