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Freiham:Eine Infotafel für den Blickfang

Schlanke Landmarke: Skulptur "Folly" bei der Aufstellung 2018.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Die Skulptur ist ein Blickfang. 21 Meter hoch ragt der "Folly" im Grünband zwischen Neuaubing und Freiham als identitätsstiftende Orientierungsmarke in den Himmel, eine kuriose Mischung aus orientalischem Minarett, oberbayerischem Zwiebel-Kirchturm und Maibaum. Als "Folly" (englisch für "Verrücktheit) wurde im 18. Jahrhundert ein extravaganter Landschaftszierbau ohne konkreten Zweck bezeichnet. Bei der Erschaffung ihrer "Narretei" für Freiham allerdings hat sich das Künstlerduo Heike Mutter und Ulrich Genth sehr wohl etwas gedacht: Das Kunstwerk soll integrieren. Dass der Turm aus vorpatinierten Kupferblechen in unterschiedlichen Farbtönen besteht, die irgendwann aufgrund der Reaktion des Metalls mit der Luft zu einem einheitlichen Kolorit verschmelzen werden, unterstützt den Gedanken des Zusammenwachsens der Kulturen und Stadtteile noch. Erklärt wird dieser Zusammenhang dem Live-Betrachter des Freihamer "Folly" aber nicht. Aubings Lokalpolitiker wollen das ändern: Sie wünschen sich eine Infotafel in der Nähe der Säule, verfasst in allen Muttersprachen der Menschen, die in der Umgebung wohnen. Auch auf Bairisch.

© SZ vom 23.11.2020 / eda
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