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Serie: Frauen machen Politik:Bei Grünen und Linken längst Alltag

Was bei den Freien Wählern noch in der Aufbauphase ist, ist bei Grünen und den Linken längst Alltag. Bei beiden Parteien gilt schon lange eine Frauenquote von 50 Prozent - im Vorstand, bei Listenaufstellungen und sogar bei Rednerlisten. Bei der Linken müssen Posten, die nicht mit Frauen besetzt werden können, frei bleiben, bis sich eine geeignete Kandidatin findet. "Das erhöht den Druck, weil die Arbeit alleine schwieriger ist als zu zweit", sagt die Bundestagsabgeordnete Nicole Gohlke, die die Münchner Linken gemeinsam mit Ates Gürpinar führt.

Mit einer Quote alleine aber sei es nicht getan. Im Bundestag etwa gebe es ein fraktionsinternes Frauenplenum, das sich bei wichtigen Debatten etwa über Abtreibung oder Verschleierung vorab austausche. "Frauen sind noch immer stärker in die Sorgearbeit eingebunden als Männer", sagt sie. Da fehle manchmal die Zeit für soziales Engagement. "Wir merken aber, dass sich das langsam ändert in der jüngeren Generation."

Die Grünen sehen sich ebenfalls in der Vorreiterfunktion. "Wir sind seit unserer Gründung explizit eine feministische Partei", sagt Stadtvorsitzende Lux. "Und wir werden nicht müde, das zu betonen." Gerade arbeite die Partei auf München-Ebene an einem neuen Frauenförderprogramm, dazu stellt sie eine eigene hauptberufliche Referentin ein. Um Vernetzung soll es ebenso gehen wie um Spezialwissen, etwa wie Kommunalpolitik funktioniere, und um Rhetorik. "Wir wollen Frauen all die Werkzeuge an die Hand geben, damit sie sich trauen, in die Politik zu gehen", sagt Lux. Die Dinge eben, die in der Erziehung von Mädchen so oft fehlten. Gleichzeitig aber müssten Frauen auch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Und dazu gehöre auch, die oft zögerliche Haltung zu überwinden.