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Flughafen Oberpfaffenhofen:Lärmgrenze auf benachbarten Kindergartengrundstücken

Die Regierung von Oberbayern, zu der das Luftamt gehört, hatte freilich schon bei Erteilung der Genehmigung darauf hingewiesen, dass der "Edmo"-Antrag wohl auch "ohne dieses konkret im LEP enthaltene Ziel mit den Belangen der Raumordnung vereinbar" gewesen wäre. Zeil will nun nach dem Scheitern seiner Bemühungen zumindest auf dem Verhandlungsweg versuchen, den Flughafen ohne Geschäftsflieger auf eine wirtschaftlich solide Basis zu stellen. Klar sei aber: Eine weitere Öffnung des Airports im Münchner Westen, also über die jetzt bestätigte Genehmigung hinaus, werde es nicht mehr geben.

"Edmo"-Sprecher Thomas Warg begrüßte das Urteil des Verwaltungsgerichts, das "im Sinne der Wirtschaftlichkeit des Flughafens" ausgefallen sei - die Anlage soll durch die Business-Jets besser ausgelastet werden. Kopfzerbrechen dürfte der "Edmo" allerdings die Auflage des Gerichts bereiten, auf einigen benachbarten Kindergarten- und Schulgrundstücken eine Lärmgrenze von 60 dB (A) einzuhalten - ein im Flugverkehr relativ strenger Wert, der zudem durch sogenannte aktive Schallschutzmaßnahmen erreicht werden muss.

Aktive Schallschutzmaßnahmen als Auflage

Damit sind keineswegs Lärmschutzwände oder -fenster gemeint (das wären passive Schallschutzmaßnahmen), die Fliegerei selbst muss leiser werden. Dazu könnte man etwa die Flugrouten ändern, lautere Maschinen aussperren oder aber die Zahl der täglichen Starts und Landungen reduzieren. Rechtsanwalt Krauß rechnet mit Letzterem: "Das wird nicht ohne weitere Beschränkungen der Betriebszeiten gehen."

Allzu viel ist in Oberpfaffenhofen allerdings ohnehin nicht los. Obwohl die Genehmigung seit Juli 2008 in Kraft ist und auch während des Gerichtsverfahrens nie ausgesetzt wurde, hält sich die Zahl der Geschäftsflieger noch in sehr engen Grenzen. Nach SZ-Informationen verbucht der vor allem für den Werksverkehr der EADS und des Flugzeugbauers Ruag genutzte Airport prozentual ähnliche Rückgänge wie sein "großer Bruder" im Erdinger Moos.

Gerade die Geschäftsfliegerei ist von der Wirtschaftskrise besonders betroffen. Übrigens ist auch am Flughafen München die Zahl der Business-Jets überschaubar. Dort sind in den ersten neun Monaten dieses Jahres rund 8700 kleine Geschäftsmaschinen gestartet - das entspricht etwa 2,9 Prozent des Gesamtaufkommens.

Theoretisch dürfen in Oberpfaffenhofen nun an jedem Werktag 32 Geschäftsflugzeuge landen (bis 21 Uhr, bei unvorhersehbaren Verspätungen bis 22 Uhr), an Sonn- und Feiertagen sind jeweils drei Flugbewegungen zulässig. Die Anwohner haben vor Gericht zudem ein Hubschrauberverbot sonntags erkämpft.

© SZ vom 28.10.2009/hs/sonn
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