Filmproduzent Dan Maag Der Mann für die Millionen

Dan Maag wirkt wie jemand, der sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen lässt. Im Filmgeschäft ist das von unschätzbarem Vorteil.

(Foto: Catherina Hess)

Für Kino-Hits wie "Schlussmacher" oder "Der Nanny" war er verantwortlich - und das obwohl Produzent Dan Maag nie eine Filmhochschule besucht hat. In München dreht er nun einen neuen Film mit zwei deutschen Stars.

Von Josef Grübl

Steht es wirklich so schlecht um den deutschen Film, dass jetzt sogar den größten Stars die Luft wegbleibt? Als Matthias Schweighöfer an der Laderampe eines Unterhachinger Fabrikgebäudes auftaucht, könnte man das fast glauben: Er ist blass und hat einen Beatmungsschlauch in der Nase, leise spricht er in sein Handy. Sein Kollege Dan Maag, 40, gibt Entwarnung: Matthias Schweighöfer nutze nur eine Drehpause für ein Telefonat, gleich sei er wieder am Set des Kinofilms "Der geilste Tag". Er spielt einen Sterbenskranken, der noch einmal etwas erleben möchte.

Der Titel ist Programm, ein umgangssprachliches Update von Kalenderblattweisheiten à la "Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter." Neu ist das nicht, darum geht es auch nicht: "Das Thema ist ja immer aktuell, wir wollen damit die aktuelle Generation von Kinogängern erreichen", sagt Maag, der den Film produziert. Er begleitet den Gast in die Tiefgarage des Gebäudes, wo Schweighöfer schon wieder seinen Platz eingenommen hat.

Leidend schaut er aus einem schwarzen Auto heraus, geile Tage stellt man sich irgendwie anders vor. Neben ihm am Steuer sitzt Florian David Fitz, er mimt ebenfalls einen Todkranken, wirkt dabei aber lebendiger. Das könnte damit zu tun haben, dass Fitz spielt, das Buch geschrieben hat und Regie führt - da leidet man auch, aber anders. Die beiden ungleichen Kranken lernen sich im Hospiz kennen und wollen nach Südafrika, das nötige Kleingeld besorgen sie sich durch diverse Betrügereien.

Wer die Person Maag ist

Ein Teil davon wird an einem verregneten Maitag gedreht, vor der Kamera passiert aber außer einer kurzen Autofahrt nicht viel. Die Szene muss oft wiederholt werden, mal hält der Wagen ein paar Zentimeter zu weit vorne, dann wieder zu weit hinten. Film ist eben Präzisionsarbeit, für Zaungäste ist das schnell ermüdend.

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Maag weiß das und bittet den Gast nach oben. Der Regen hat mittlerweile aufgehört, so richtig trauen mag der gebürtige Rheinländer dem Frieden aber nicht und bittet ins Cateringzelt. "Matthias und Florian wollten schon seit langem etwas Gemeinsames machen, jetzt klappt es endlich", sagt er.

Zwei der größten deutschen Kinostars in einem Film? Davon träumen viele Produzenten. Dass Dan Maag dieses Projekt realisiert, kommt nicht von ungefähr: Er ist der Geschäftspartner von Matthias Schweighöfer, 2009 gründeten sie ihre eigene Produktionsfirma. Panataleon Films hat Büros in Frankfurt und Berlin, der Hauptsitz ist aber in München.

Wie Maag Schweighöfer kennenlernte

Neun festangestellte Mitarbeiter arbeiten im Glockenbachviertel an neuen Spiel- und Werbefilmen, Schweighöfer steht dabei oft vor und hinter der Kamera. "Kennengelernt haben wir uns beim Kinofilm 'Der rote Baron', es war Freundschaft auf den ersten Blick", erzählt der Produzent. Der Film war ein Flop, weiter zusammenarbeiten wollten sie trotzdem.

Vaterfreuden mit Matthias Schweighöfer und Friedrich Mücke.

(Foto: Warner Bros.)

Dan Maag wirkt wie jemand, der sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen lässt, im Filmgeschäft ist das von unschätzbarem Vorteil. Vor ein paar Wochen ist er vierzig Jahre alt geworden, er trägt Jeans, Sneakers und ein buntes Freundschaftsband am Arm. Im Vollbart blitzen die ersten weißen Haare hervor.

Er hat es weit gebracht, nach Kassenhits wie "What a Man", "Vaterfreuden" oder "Der Nanny" spielt die Firma in der ersten Liga des deutschen Films. Gerade hat Panataleon Films die Exklusive-Rechte an der Papst-Biografie gesichert, das Drehbuch für den internationalen Kinofilm über das Leben des deutschen Papstes Benedikt XVI. wird bereits entwickelt.