Filmkunst-Serie, Teil 3:Pioniergeist im Rücken

Lesezeit: 2 min

Das Studio Isabella als Zeugin des alten Schwabing

Von Barbara Hordych

Am leichtesten findet man Louis Anschütz nach wie vor mitten in Schwabing, im Studio Isabella, hinter der Theke des kleinen Foyers mit den genau zwei Samtklappsitzen. Vielleicht 25 Zuschauer haben sich an diesem Freitagnachmittag in dem Ein-Leinwand-Kino versammelt, um mit Carlo Sauras Dokumentation "Argentina" eine Kulturreise nach Lateinamerika anzutreten. "Vom Ton her ein schwer einzustellender Film; richtet man sich nach den leisen Tönen, werden die lauten rasch zu laut. Als ich mich aber nach den lauten Tönen gerichtet habe, stand auf einmal ein Zuschauer vor mir, der sich beklagte, er würde nichts verstehen", erzählt Anschütz, während er vorsichtig am Regler dreht. Ein Gespräch mit dem Kinobetreiber über das Studio Isabella umspannt mal eben mehrere Jahrzehnte Münchner Kinogeschichte. Er hat in den Sechzigerjahren erst Germanistik und anschließend an der Filmhochschule in München studiert und beide Studiengänge abgeschlossen, darauf legt er Wert. 1980 übernahm Anschütz mit dem "Isabella" eines der Filmkunst-Studios von Münchens Filmpionier Fritz Falter, der die nun schon 64 Jahre währende Tradition der Filmkunstwochen begründete. Von Falters 1970 geschlossenem "Occam-Filmtheater", dem ersten Filmkunsttheater der Bundesrepublik überhaupt, zeugt eine wunderschöne großformatige Schwarz-Weiß-Aufnahme, die hinter der Theke, in Anschütz' Rücken, hängt.

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