bedeckt München 13°

Filmfestival Underdox:Experimente und Explosionen

Titel: A.I. is the Answer
Credit: underdox

Digital ist besser? Christian von Borries macht sich in "A.I. is the Answer" seinen eigenen Reim darauf.

(Foto: Underdox)

"Underdox" setzt auch in diesem Jahr auf Kinovorstellungen, Gäste und Zelluloid.

Von Jürgen Moises

Das künstlerische Wagnis gehört zu Underdox, seit es das 2006 von Dunja Bialas und Bernd Brehmer gegründete Festival für Dokument und Experiment in München gibt. In diesem Jahr zeigt sich dieser Wagemut noch einmal von einer neuen Seite. Denn weil für die Macher "ein Festival in der Stadt mit Publikum und Gesprächen durch nichts zu ersetzen" ist, wird Underdox auch 2020 stattfinden. Reduziert, aber ausschließlich im Kino, mit Gästen und Zelluloid. Für letzteres stehen etwa die Experimentalfilmer Eve Heller und Peter Tscherkassky, die ihre ursprünglich für den Sommer geplanten "Film-Lectures" nachholen, oder das Pariser Analog-Filmlabor L'Abominable, das eine Werkschau präsentiert. Aus Spanien kommen Oskar Alegrias Essayfilm Zumiriki über die Pyrenäen und El año del descubrimiento von Luis López Carrasco, der auf das spanische Schicksalsjahr 1992 zurückblickt.

Im Kontrast dazu nimmt Christian von Borries in A.I. is the Answer die Zukunft in den Blick. Im "Länderfokus" steht der Libanon. Gezeigt wird ein Kurzfilmprogramm, das zugleich als Fundraising-Aktion für die Opfer der Explosion im Beiruter Hafen gedacht ist. Eröffnet wird das Festival an diesem Donnerstag um 20 Uhr im Filmmuseum mit der Stummfilmkomödie N • P der flämischen Regisseurin Lisa Spilliaert. Wegen Corona gibt es für alle Filme erstmals eine Online-Reservierung, die Sitzplätze in den beteiligen Kinos (Filmmuseum, Theatiner und Werkstattkino) sind reduziert. Denn bei allem Wagemut: Seine Gesundheit soll bei Underdox niemand riskieren müssen.

Underdox Filmfestival, Do., 8., bis Mi., 14. Okt., Programm & Reservierung: www.underdox-festival.de

© SZ vom 07.10.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite