bedeckt München 18°

Feldmoching:Rudern gegen den Wind

Die Olympia-Anlage ist schon lange marode. Jetzt gibt es aber nur Geld für die Sanierung von Stegen, Zugängen und einem Teil der Sanitäranlagen.

(Foto: Claus Schunk)

Die Lokalpolitiker wollen sich nicht damit abfinden, dass an der Regattastrecke nur das Allernötigste saniert werden soll

Von Jerzy Sobotta, Feldmoching

In München sind die fetten Jahre vorbei, zumindest was den städtischen Haushalt betrifft. Das wirkt sich auch auf Bauprojekte im Norden aus, etwa die geplante Sanierung der Regattastrecke an der Grenze zu Oberschleißheim. Ursprünglich hätte die marode, aber denkmalgeschützte Anlage für 61 Millionen Euro saniert werden sollen, doch der Stadtrat kürzte die Mittel jetzt auf neun Millionen.

Lokalpolitiker aus dem Münchner Norden wollen dies nicht hinnehmen. So fordert der Bezirksausschuss Feldmoching-Hasenbergl nun von der Stadt, sie möge an den ursprünglichen Plänen festhalten und sich um Geld von Freistaat und Bund bemühen. In einem Antrag der München-Liste heißt es, der Oberbürgermeister solle sich für eine komplette Sanierung stark machen und entsprechende Gespräche mit den Sportministerien von Bund und Land aufnehmen. Mitglied der München-Liste ist auch der Feldmochinger Vereinsfürst Maximilian Bauer. Er ist Vorsitzender des Gesamtvereins, des Dachverbands von derzeit 28 in Feldmoching und Umgebung ansässigen Vereinen.

Der BA-Antrag wurde mit den Stimmen der Mehrheitskoalition angenommen, die von CSU und München-Liste angeführt wird. SPD und Grüne stimmten gegen den Antrag, mit Verweis auf bereits laufende Gespräche. Allerdings gibt es zum Stand dieser Gespräche widersprüchliche Aussagen. Im Rathaus kümmert sich Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) um das Thema. Sie teilt auf SZ-Anfrage mit, dass bereits entsprechende Anträge und Bitten um Unterstützung sowohl an den Bund wie an den Freistaat gerichtet worden seien: "Teilweise liegen hierzu bereits Absagen vor, eine finale Aussage zum Stand möglicher Zuschüsse von Bund oder Land kann jedoch noch nicht gegeben werden." Man werde weiterhin den Kontakt zu den entsprechenden Stellen suchen und sich um zusätzliche Mittel für die Regattaanlage bemühen. Sie stehe auch, sagt Dietl, mit den Ruderverbänden in Kontakt.

Aus dem bayerischen Innen- und Sportministerium heißt es hingegen: "Konkrete Verhandlungen zwischen der Stadt München und dem Freistaat Bayern zu Sanierungsmaßnahmen an der Regattaanlage in Oberschleißheim laufen derzeit nicht." Zwar habe Minister Joachim Herrmann (CSU) im November im Sportausschuss des Bayerischen Städtetags gesagt, er könne sich eine Unterstützung zu gegebener Zeit vorstellen. "Eine fixe Förderzusage war damit nicht verbunden", stellt das Ministerium klar.

© SZ vom 23.12.2020
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema