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Feldmoching/Hasenbergl:Der Naturschutz bremst

Hände weg vom Naturschutzgebiet - das sagten schon vor zwei Jahren nicht nur die Grünen.

(Foto: SZ-Archiv/Robert Haas)

Tunnelprojekt Schleißheimer Straße kommt nur mühsam voran

Das Projekt betrifft eine der wichtigsten Verkehrsachsen im Münchner Norden, sie war von Anfang an als aussichtsvolle Lösung ankündigt und ebenso ist sie seit vier Jahren recht umstritten: die Verlängerung der Schleißheimer Straße in Form eines Tunnels bis zum Autobahnring A 99. Das Bauwerk im Untergrund soll auf Höhe der Rathenaustraße im Harthof beginnen. Zwei schwierige Stellen wurden auf der voraussichtlichen Routenführung identifiziert. Im Hasenbergl würde der Tunnel den U-Bahnhof Dülferstraße kreuzen. Das Baureferat ist seit Juli 2017 mit der Ausarbeitung der Maßnahme betraut und hat sich mit diesem Abschnitt befasst. Die statische Prüfung sei mit positivem Ergebnis abgeschlossen, teilt eine Behördensprecherin mit. Auch habe man untersucht, wie Brandschutz und Fluchtmöglichkeiten nach einem Umbau des Bahnhofs ausgestattet werden müssten. In der entscheidenden Frage ist das Vorhaben bisher aber nur unwesentlich vorangekommen.

Denn zwischen dem derzeitigen Schlusspunkt der Schleißheimer Straße und der Autobahn liegen die als europäisches Naturschutzgebiet ausgewiesenen Gebiete Hartelholz und Nordhaide, ehemals Panzerwiese. Schon seit mehreren Jahren ist bekannt, dass die Stadt den Plan folglich nur unter einer bestimmten Bedingung realisieren kann: Sie muss beweisen, dass es nicht anders geht. Tatsächlich hat das Baureferat erst vor Kurzem die Planungen für die Vergabe der Untersuchungen abgeschlossen. Die Studie, ob es für die Stadt keine zumutbare Alternative zum Bau im Schutzgebiet gibt, und die sich daraus möglicherweise ergebenden Planungsschritte bis hin zur Planfeststellung will die Stadt bei einem Ingenieurbüro bündeln. Stadtrat Paul Bickelbacher (Grüne) wie auch der Bezirksausschuss-Vorsitzende Markus Auerbach (SPD) vermuten, dass das Projekt womöglich aus politischen Gründen hintangestellt werden könnte - weil mittlerweile die Untertunnelung der Landshuter Allee bevorzugt werde.

So oder so: Wird der Tunnel gebaut, sind Eingriffe ins Schutzgebiet unvermeidlich. Bickelbacher: "Der Bund Naturschutz wird sicher klagen." Der Stadt zufolge sollen mit der Untertunnelung der Ortskern Feldmoching, die Ingolstädter und die Neuherbergstraße entlastet werden. Sie rechnet damit, dass im voraussichtlich am stärksten belegten Abschnitt des Tunnels vor der A 99 an die 27 000 Fahrzeuge passieren werden.