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Feldmoching:Bedrohtes Moos

Feldmochinger befürchten, dass die Stadt Baupläne verfolgt

Was hat die Stadt westlich der Ruder-Regatta-Strecke am Stadtrand vor? Hat sie überhaupt Pläne? Ein größerer Umgriff westlich der Sportstrecke, zumeist Ackerflurstücke, ist als Bebauungsplan "in Aufstellung" ausgewiesen. Den Lokalpolitikern ist dieser Umstand neu, sie vermuten hinter diesem Status ein neues Baugebiet. Die Stadtverwaltung allerdings will Entwarnung geben. Der Beschluss, einen Bebauungsplan aufzustellen, sei schon im Februar 1999 gefasst worden, sagte Thorsten Vogel, Sprecher des Planungsreferats. Im betroffenen Bereich gebe es "keine aktuellen Planungsabsichten" und es bestünden keine Absichten, von im Beschluss formulierten Zielen abzuweichen.

Doch den Anwohnern sei der Umgriff neu, sagt Lokalpolitiker Martin Obersojer (CSU). Die Flurstücke liegen im Feldmochinger Moos, östlich des Schwarzhölzl, und sind eigentlich als Landschaftsschutzgebiete festgelegt. Sie grenzen an das dortige Flora-Fauna-Habitat-Naturschutzgebiet an. Die CSU im Stadtviertel ist misstrauisch, sie hat im Bürgerplenum erfolgreich ihren Antrag auf Aufklärung von der Stadtverwaltung durchgebracht. "Es macht den Eindruck, dass man mit der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme von dieser Baugebietsausweisung ablenken möchte", heißt es im Schreiben an die Verwaltung. CSU-Bezirksausschussmitglied Martin Obersojer stellte in den Raum, ob auf dem Areal Platz für eine Erschließungsstraße für Oberschleißheim geschaffen werden solle. Auch bezüglich dieser Vermutung soll die Stadt nun Antworten geben.

Thorsten Vogel vom Planungsreferat zufolge beabsichtigt die Verwaltung mit der Aufstellung des Bebauungsplans den derzeitigen Zustand der Moos-Flächen und landwirtschaftliche Nutzung zu erhalten. "Ziel des Aufstellungsbeschlusses ist es, das Landschaftsschutzgebiet Schwarzhölzl vor einer unverträglichen Ausweitung der bestehenden Nutzung zu schützen", erklärt Vogel auf Anfrage. Schmale, vertikale Grundstücksstreifen östlich des betroffenen Geländes sind vereinzelt bebaut. Sollte die bestehende Nutzung aufgegeben werden, wolle die Stadt München mithilfe des Bebauungsplanverfahrens die Ansiedlung von Baumaßnahmen verhindern, die nicht unter die im Außenbereich zulässigen Bauvorhaben fallen, sagt Thorsten Vogel.