Fastenpredigt auf dem Nockherberg Lerchenberg tritt zurück

"Niemanden hat Barnabas geschont": Nach der öffentlichen Empörung über seinen KZ-Vergleich in der Nockherberg-Rede ist Fastenprediger Michael Lerchenberg zurückgetreten.

Mehr Ärger als bierselige Gaudi: Nach der öffentlichen Empörung über seinen KZ-Vergleich in der diesjährigen Nockherberg-Rede ist der Fastenprediger Michael Lerchenberg von seiner Rolle zurückgetreten. "Meinen Ko-Autor und geschätzten Kollegen Christian Springer habe ich gebeten, meine Entscheidung mitzutragen", sagte Lerchenberg in einer Erklärung.

Lerchenberg hatte in seiner satirischen Rede am Mittwochabend fabuliert, FDP-Chef Guido Westerwelle wolle nun alle Hartz-IV-Empfänger in einem mit Stacheldraht umgebenen Lager in Ostdeutschland sammeln. Über dem Eingang, "steht in eisernen Lettern: Leistung muss sich wieder lohnen".

Viele sehen darin eine Anspielung auf den menschenverachtenden Spruch "Arbeit macht frei" am Tor des Konzentrationslagers Auschwitz.

Lerchenberg sagte, der politische und öffentliche Druck auf ihn, Springer und die Brauerei sei so groß geworden, dass ihm eine Rückkehr in die Nockherberg-Kanzel unmöglich erscheine. Über "seinen" Bruder Barnabas meinte er: "Nichts und niemanden hat er geschont. Er war aber nie parteiisch. Besonders auf Letzteres bin ich stolz."

Ko-Autor Springer sagte: "Traurig nehme ich Abschied von dieser einzigartigen Veranstaltung und wünsche dem Nockherberg in Zukunft weiterhin das Herz und den Mut zu politischer Schärfe und Klarheit."

Kritik an der diesjährigen Fastenrede kam als Erstes von Charlotte Knobloch, Vorsitzende des Zentralrats der Juden. Einen derartigen "Ausrutscher unter die Gürtellinie" habe sie in vielen Jahren auf dem Nockherberg noch nicht erlebt. Auch FDP-Chef Guido Westerwelle äußerte scharfe Kritik. "Mit einem KZ-Wächter verglichen zu werden, geht zu weit", schrieb er in einem Brief an Paulaner-Chef Andreas Steinfatt. Er forderte ihn auf, künftig "von Einladungen an meine Person abzusehen".

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