bedeckt München 24°

Erzdiözese München und Freising:Verwaltungsgebäude kostet 130 Millionen Euro

130 Millionen Euro investiert die Katholische Kirche in ein Bauprojekt in der Münchner Innenstadt. Anders als in Limburg fließt das Geld aber nicht in einen Bischofssitz - und selbst Reformkatholiken halten das Projekt für sinnvoll.

Das neue Ordinariat der Erzdiözese München und Freising kostet insgesamt gut 130 Millionen Euro. Das Bistum bestätigte am Mittwoch einen Bericht der "Abendzeitung" und betonte, die Öffentlichkeit sei über den Kauf der Immobilie, die Kosten sowie den geplanten Umbau informiert worden. Dass das Bistum eine Immobilie in der Innenstadt gekauft hat, ist tatsächlich seit langem bekannt. An dem neuen Hauptstandort der Kirchenverwaltung in München sollen 400 Mitarbeiter einziehen, die bisher auf mehrere Standorte verteilt sind. Das soll die Zusammenarbeit verbessern und Kosten reduzieren.

Nach dem Erwerb 2006 hatte das Bistum bereits die Kaufsumme des Gebäudes von 86 Millionen Euro veröffentlicht. Die Summe sei größtenteils durch eine Umschichtung von Mitteln aus dem Immobilienbereich beglichen worden, hieß es. Hinzu kommen Umbaukosten in Höhe von 42 Millionen Euro und 1,5 Millionen Euro für das Rechenzentrum, das in dem Komplex untergebracht wird. Insgesamt also etwa 130 Millionen Euro. Alle Ausgaben seien von den zuständigen Gremien der Kirche genehmigt worden. Bezahlt wird das Projekt aus der Kirchensteuer und aus dem Vermögen der Erzdiözese.

Größter Posten ist die Modernisierung der Gebäudetechnik. Die bisherige Struktur des Hauses soll im Wesentlichen beibehalten werden. Komplett neu wird allerdings der Eingangsbereich, der sich künftig an der Ecke Kapellen-/Maxburgstraße befindet. Es soll ein weites Foyer entstehen, das "den Erfordernissen eines Dienstleistungsgebäudes" entspreche.

Der Bau der neuen Limburger Bischofsresidenz für mehr als 31 Millionen Euro hatte zuletzt eine heftige Debatte über die Finanzen und Immobilien der katholischen Kirche ausgelöst. Limburgs Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst nimmt derzeit eine Auszeit.

In ihrem Artikel zog die Abendzeitung nun Parallelen zwischen dem Münchner Bauprojekt und jenem in Limburg. Das Bistum wies den Vorwurf deutlich zurück: "Der in einem Bericht der Abendzeitung erweckte Eindruck, dass dies [das Bauprojekt in München] gleichsam im Verborgenen geschehen solle, ist falsch.

Auch nach Ansicht der Kirchenvolksbewegung "Wir sind Kirche" ist der Bau in München nicht mit dem in Limburg zu vergleichen. "Das ist ein gewaltiger Unterschied. Das eine ist ein Verwaltungsgebäude, das andere mehr oder weniger ein Privatgebäude", sagte der Sprecher der Reformkatholiken in Bayern, Magnus Lux. In Limburg sei offenbar Prunk- und Verschwendungssucht zum Tragen gekommen.

"Dass ein Verwaltungsgebäude für 400 Leute mitten in München Geld kostet, ist nachvollziehbar", sagte Lux. "Wichtig dabei ist auch, dass das Projekt offensichtlich durch alle Gremien gegangen ist und alle, die damit befasst waren, auch ihre Meinung sagen konnten - anders als bei der Geheimniskrämerei in Limburg."