Erstes Wiesn-Wochenende:Dichtes Gedränge und 450.000 Maß Bier

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Etwa 900.000 Besucher haben sich laut Tourismusamt schon am ersten Wochenende in den Straßen und den Zelten vergnügt. 450.000 Maß wurden getrunken. In den Biergärten war es für Bier meist zu kalt. Dafür gab es bei Temperaturen um 13 Grad einen Boom an den Kaffee-Ständen. Trotzdem musste das Rote Kreuz Besucher mit leichten Unterkühlungen behandeln. "Einige junge Frauen und Männer sind nur sehr leicht bekleidet", sagte BRK-Sprecher Gisbert Frühauf, und manche stellen diesen Zustand nach erheblichem Biergenuss erst her.

Am Sonntag eröffnet dann die berittene Münchner Polizei den traditionellen Trachtenumzug. Zu Klängen des bayerischen Defiliermarsches folgen Fahnenschwinger aus Konstanz am Bodensee. Das erwähnte Münchner Kindl in gelb-schwarzer Kutte, derzeit übrigens verkörpert von der Wirtstochter Stefanie Krätz, winkt hoch zu Ross den Schaulustigen zu. Der traditionelle Zug ist mit sieben Kilometern Länge einer der größten Trachtenumzüge der Welt.

Begleitet von einer Duftmischung aus gebrannten Mandeln, Fischsemmeln, türkischem Honig und Hendl spazieren später unter dem grauem Himmel Zehntausende Menschen übers Fest. Zwei alte Damen bleiben alle paar Schritte stehen und gucken sich um. Die eine sagt: "Es wird jedes Jahr voller. Und so viele Touristen gab es früher nicht." Die Damen müssen laut sprechen, um sich zu verständigen. Zum einen werden sie aus diversen Lautsprechern beschallt.

In diesem Jahr ist Madonnas Hit "4 Minutes" an jedem zweiten Fahrgeschäft zu hören. Dazu kommen das Kreischen aus den Achterbahnen und die Stimmen der Einheizer. Mittendrin im ganz normalen Wiesnchaos steht Wilhelm Führer. Der 57-Jährige trägt eine weiße Schürze, wendet frisch gebrannte Mandeln und blickt über sein Einzugsgebiet. Die Geisterbahn rechts, links neben ihm der Fünferlooping und voraus eine Neuheit, das "Psychodelic".

"Ich habe das Gefühl, dass sich das erste Wiesnwochenende zum englischsprachigen Wochenende entwickelt", meint Führer - überall Australier, Engländer und Amerikaner. In diesem Jahr gibt es auf dem Fest ein unübersehbares Accessoire: Rote Plastikeimer. Später am Tag wären einige froh darüber.

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