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Wörth:Zu viel Uran im Brunnen

Zwei Brunnen stellen die Wasserversorgung in Wörth sicher, doch einer davon macht Probleme. Das Wasser aus einem der beiden Brunnen enthält zu viel Uran. Jetzt muss gemischt werden.

S. Quast u. M. Vogel

Die Gemeinde Wörth hat Sorgen mit dem Trinkwasser. Das Wasser des vor zwei Jahren geschlagenen zweiten Brunnens, mit dem die Trinkwasserversorgung der Gemeinde abgesichert werden sollte, weist zu hohe Uranwerte auf. Die jüngsten Messwerte pendelten zwischen neun und 16 Mikrogramm pro Liter. Angeblich muss in Deutschland bald ein Grenzwert von zehn Mikrogramm eingehalten werden.

Seehofer kuendigt bundesweiten Uran-Grenzwert fuer Trinkwasser an

Wörth hat Sorgen mit dem Wasser: Das Trinkwasser, das aus einem der beiden Brunnen gefördert wird, hat einen zu hohen Urangehalt. Nun muss gemischt werden.

(Foto: ddp)

In der jüngsten Ratssitzung wurden deshalb und wegen möglicher gesundheitlicher Schäden zwei Lösungsvorschläge erörtert. Mittels einer Uranaufbereitungsanlage könnte die Gemeinde dem Problem Herr werden. Allerdings würden sich die Kosten dafür auf etwa 120.000 Euro belaufen. Laut Verwaltung hätten Gespräche mit dem Ingenieurbüro Hausmann und Rieger sowie den Fachbehörden ergeben, dass bei einem Ausbau des Brunnens die Trinkwasserförderung zunächst ohne Aufbereitungsanlage erfolgen könnte.

Die Wasser beider Brunnen müssten dann so gemischt werden, dass der Urangehalt des neuen Brunnens eben unter zehn Mikrogramm pro Liter liege. Die Werte des ersten Brunnens liegen zwischen zwei und vier Mikrogramm pro Liter. Die Rede war von einem "Übergangsbetrieb", möglicherweise sinke die Urankonzentration bei längerer Förderung, so die Hoffnung. Für diese Lösung entschied sich der Gemeinderat unter dem Vorsitz des stellvertretenden Bürgermeisters Franz Bartl (ÜPWG). Sollte es notwendig werden, müsse eine Aufbereitungsanlage in Erwägung gezogen werden.

Der gemeinnützige und unabhängige Verein foodwatch hatte im August 2008 Werte zur Uranbelastung von Trinkwasser im gesamten Bundesgebiet veröffentlicht. Damals kündigte die Bundesregierung an, einen Grenzwert festzulegen. Diskutiert wird sowohl auf europäischer als auch auf Bundesebene schon lange. Doch bis heute lässt der Grenzwert noch immer auf sich warten. Gefährlich sei das Schwermetall Uran nicht wegen seiner Radioaktivität, sondern wegen seiner chemischen Giftigkeit.

Hohe Belastungen könnten zu einer Schädigung der Nieren führen, schreibt foodwatch auf seiner Internetseite (www.foodwatch.de). Was die Bundesregierung als Höchstgrenze plane, sei nach dem Stand der Wissenschaft viel zu hoch angesetzt.

© SZ vom 04.08.2010/tob

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