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Taufkirchen:Etappensiege

In Taufkirchen werden nach der langjährigen Amtszeit von Bürgermeister Franz Hofstetter die Karten neu gemischt. Noch ist nicht entschieden, wer die Stichwahl gewinnen wird.

(Foto: Renate Schmidt)

Es kommt zur Stichwahl: Die Kandidaten Stefan Haberl (CSU) und Manfred Slawny (SPD) haben sich gegen ihre Mitbewerber Korbinian Empl (FW) und Martin Huber (AfD) klar durchgesetzt

Am Ende war es recht deutlich: Stefan Haberl (CSU) und Manfred Slawny (SPD) haben sich bei der Bürgermeisterwahl in Taufkirchen durchgesetzt und werden in zwei Wochen in der Stichwahl gegeneinander antreten.

Mit gut 44 Prozent hat Stefan Haberl in der ersten Runde mit klarem Abstand die meisten Wähler von sich überzeugen. 28 Prozent stimmten für Manfred Slawny. Korbinian Empl (FW) erzielte 17 Prozent, Martin Huber (AfD) elf Prozent. Damit landeten beiden deutlich auf den Plätzen. Die Wahlbeteiligung lag bei 64 Prozent.

Trotz des Coronavirus kamen am Wahlabend etwa 30 Personen, darunter alle vier Bürgermeisterkandidaten, im Sitzungssaal des Rathauses zusammen, um die Bekanntgabe der Wahlergebnisse zu verfolgen. Haberl und Slawny machten keinen Hehl daraus, dass sie auch mit dem jeweils anderen als Bürgermeister offenbar ganz gut leben könnten. Als die amtlichen Ergebnisse auf dem Bildschirm aufpoppten, gratulierten sie sich gegenseitig zum Wahlergebnis und fielen sich in die Arme - Corona hin oder her. "Bei den wichtigen kommunalen Themen haben wir in der Vergangenheit fast immer gleich abgestimmt", sagte Slawny am Wahlabend. "In den aktuellen Zeiten ist Zusammenhalt wichtig", fügte Stefan Haberl an, mit Blick auf die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie.

Mit 44 Prozent geht der 36-jährige Haberl am 29. März von der Pole-Position ins Rennen. Damit sei Haberl der Favorit, sagte Slawny. Auch vor der Wahl, war Haberl schon als Favorit gehandelt worden. Immerhin ist Taufkirchen eine CSU Hochburg mit einem starken Ortsverband. 24 Jahre war hier zuvor Haberls Parteikollege Franz Hofstetter im Amt, der sich entschlossen hatte, nicht für sechs weitere Jahre als Bürgermeister kandidieren zu wollen.

Auch Manfred Slawny hatte man auch vor der Wahl schon Möglichkeiten eingeräumt. Der langjährige SPD-Ortsvorsitzende war vor sechs Jahren mit den zweitmeisten Stimmen in den Taufkirchener Gemeinderat gewählt worden.

Mehr Chancen hatte sich Martin Huber ausgerechnet, der mit elf Prozent auf dem letzten Platz gelandet ist. Vor 24 Jahren war Huber schon einmal angetreten, damals gegen den scheidenden Bürgermeister Franz Hofstetter und hatte in der Stichwahl 40 Prozent eingefahren. Mit dem diesmaligen Ergebnis habe er nicht gerechnet, sagte Huber am Wahlabend.

Spannend dürfte es in der Stichwahl trotz des Vorsprungs von Haberl noch einmal werden. Schwierig ist besonders eine Vorhersage, wie sich die Stimmen verteilen werden, die auf Korbinian Empl entfallen sind. Im Wahlkampf wurde deutlich, wie nah die drei Kandidaten Haberl, Slawny und Empl thematisch beieinander liegen. "Wir unterscheiden uns nicht groß", hatte auch Empl bei einer Wahlkampfveranstaltung in Hinblick auf seine beiden Mitbewerber gesagt.

Bis zur Stichwahl am 29. März wird der Wahlkampf aufgrund des Coronavirus weiter ruhen müssen. Bereits in der vergangenen Woche hatten CSU und SPD die letzten Züge ihres Wahlkampfs abgesagt. "Das war ein wichtiger Etappensieg, aber wir geben jetzt noch mal Gas", sagte Haberl dennoch. Auf Facebook und Instagram werde sein Wahlkampf weiter gehen, sagte der CSU-Kandidat, der auch zuvor schon Soziale Netzwerke verstärkt in seinen Wahlkampf eingebunden hatte.

Slawny reagierte gelassen auf den unplanmäßig verlaufenen Wahlkampf: "Ich denke, die Bürger hatten genug Möglichkeiten, sich ein Bild von uns zu machen." Letzten Endes seinen sie vor allem "zwei verschiedene Persönlichkeiten". Da sind sich beide einig.

© SZ vom 16.03.2020

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