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Oberding:Ein grüner Campus fürs Gewerbegebiet

group7 günther jocher

Günther Jocher, Alleininhaber des Logistikunternehmens Group 7, hat für den Standort Schwaig große Pläne.

(Foto: Group 7/oh)

Das Logistikunternehmen Group7 stellt Pläne für Bürokomplex, Kantine und Produktionsstätte vor, die auf einem zusätzlichen zehn Hektar großen Grundstück entstehen sollen. Noch gehört die Fläche der Gemeinde Oberding.

Von Regina Bluhme, Oberding

Günther Jocher, Inhaber des Logistikunternehmens Group7 mit Firmenzentrale im Gewerbegebiet Schwaig, plant eine gewaltige Erweiterung vor Ort. Rund zehn Hektar Grund will er der Gemeinde Oberding abkaufen für Produktion, Montage und Büros. Vor kurzem hat er im Gemeinderat seine Pläne vorgestellt. Die Entscheidung über den Verkauf der Fläche soll in einer der kommenden Sitzungen fallen.

Zur Sitzung im Gemeinderat hatte Günther Jocher neben Klaus Spielmann, dem Leiter der Unternehmensentwicklung, auch seine erwachsenen Kinder Julia und Daniel Jocher mitgebracht. "Wir sind ein Familienunternehmen", betont Günther Jocher im Gespräch mit der SZ. Tochter und Sohn sind bereits im Unternehmen tätig und werden einmal die Leitung übernehmen. Das 2006 gegründete Unternehmen befindet sich an der Eschenallee. In kurzer Entfernung dazu liegt das zehn Hektar große Grundstück, das Jocher gerne erwerben will.

Die Millioneninvestition sei notwendig geworden, denn Group7 brauche mehr Platz, betont Jocher. Das Unternehmen arbeite inzwischen sehr viel im Bereich des 3-D-Drucks "und da gibt s sehr viele Anfragen". Erst kürzlich habe ein Kunde angefragt, doch für den Auftrag hätte dieser 8000 Quadratmeter Fläche benötig. "Ich musste leider absagen", so Jocher. Ein weiteres Betätigungsfeld ist die Montage von Leuchten im Auftrag eines großen deutschen Herstellers. Die Teile werden aus Asien angeliefert und dann in Schwaig zusammengebaut. Dies soll weiterhin in einer der bestehenden Hallen erfolgen.

Wenn es mit dem Kauf klappt, dann kann Group7 seine Fläche nahezu verdreifachen. Auf dem neuen Grundstück ist ein Bürokomplex geplant. Ein parkähnlicher Campus mit viel Grün solle entstehen, fügt Jocher hinzu. Auch eine Kantine werde es geben, aber womöglich wird es auch was Größeres, denn Jocher kann sich vorstellen, zusammen mit anderen Firmen eine Gemeinschaftskantine zu errichten. Die bestehenden Büroräume sollen weitervermietet werden, "an hochwertige Nutzer", wie Jocher sagt.

Darüber hinaus will er auch Betriebswohnungen zusammen mit der Gemeinde im Bereich von Oberding entwickeln. "Wir wollen unseren Mitarbeitern bezahlbaren wohnortnahen Wohnraum bieten am Standort Schwaig." Schließlich sei es wichtig, hochqualifizierte Mitarbeiter zu finden und auch am Standort in Schwaig zu halten. Bei Group7 sind insgesamt 240 Mitarbeiter beschäftigt. Künftig könnten 210 Mitarbeiter dazukommen, überwiegend in Vollzeit. Im Moment gibt es 46 Auszubildende am Standort Schwaig.

Einige große Logistiker haben sich im Gewerbegebiet Schwaig gleich neben dem Flughafen München niedergelassen. Verkehr und Parkplatzprobleme sind dort immer ein Thema. Wie Günther Jocher gegenüber der SZ betont, werde es auf dem zusätzlichen Betriebslände ausreichend Parkplätze geben. "Wir sorgen dafür, dass es genügend sind." Das sei auch schon wegen der Belegschaft erforderlich: 60 Prozent der Mitarbeiter kämen aus einem Umkreis von 25 Kilometern, aus Freising, Moosburg oder Fraunberg. Ob die Parkplätze, wie vom Oberdinger Gemeinderat kurz angesprochen, in einer Tiefgarage erstellt werden, das sei noch nicht entschieden. "Dafür ist es ja noch viel zu früh. Wir haben ja das Grundstück noch gar nicht", erklärt Jocher. Für Lkw-Fahrer sollen extra WC und Dusche errichtet werden.

Die Corona-Krise hat im Übrigen bei Group7 zu keinerlei Geschäftseinbrüchen geführt, wie Günther Jocher informiert. Ein Grund sei wohl die "vielschichtige Kundschaft". Kurzarbeit habe es nicht gegeben. "Unser Umsatz liegt sogar über dem des Vorjahrs". 2019 betrug dieser 128 Millionen Euro.

Noch ist das Grundstücksgeschäft in Schwaig nicht in trockenen Tüchern. Eine Entscheidung will der Gemeinderat in einer der nächsten Sitzungen fällen.

© SZ vom 14.07.2020

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