Kunst Bilder, Flipflops, Wein und ein Hund

Seit 2008 gibt es die Galerie von Simone Kurth, seit zwei Jahren ist sie in der General-von-Nagel-Straße 10 beheimatet.

(Foto: Marco Einfeldt)

Seit elf Jahren gibt es die Galerie Fine Arts, die in monatlichem Wechsel deutsche, viele regionale und griechische Künstler zeigt. Galeristin Simone Kurth verkauft auch Bergtee und Olivenöl

Von Thilo Schröder, Freising

Wer durch die geöffnete Eingangstür tritt und die drei Stufen hinuntergeht, dessen Blick fällt sofort auf die Dutzende braunen Flipflops, die sich in kleinen Regalen an die Wand und eine Glasvitrine schmiegen. Wer dann den Kopf hebt und den Blick schweifen lässt, findet sich in einem Meer aus Sonnenauf- und untergängen wieder. Seit dem 19. Juni hängen Bilder des Künstlers Michael Likan in der Freisinger Fine-Art-Galerie. In der Mitte des etwa 30 Quadratmeter messenden Ausstellungsraumes steht Simone Kurth, die Inhaberin. Blonde Haare, braun gebrannt, ein freundliches Lächeln.

Alle vier Wochen wechselt die Ausstellung. "Nationale Künstler, viele aus Freising, München, aus der Umgebung, immer wieder auch Griechen", sagt Kurth. in Regalen an der Wand stehen Skulpturen - "griechische moderne Kunst, direkt vom Designer" -, daneben griechische Weine und Olivenöl und Berg-Tee; letzterer ist gerade ausverkauft. "Es will halt nicht jeder eine Skulptur", sagt Kurth mit Verweis auf die Konsumprodukte im Sortiment.

Seit 2008 gibt es die Galerie, seit zwei Jahren ist sie in der General-von-Nagel-Straße 10 beheimatet. Kurth und ihr Mann haben ein Griechenland-Faible, seit Mitte der 1990-er Jahre reisen sie mehrmals im Jahr in das Land in Südeuropa und auf seine zahlreichen Inseln. Und immer wieder bringen sie von diesen Reisen ein handgefertigtes Stück Kunst mit nach Hause.

Eine Galerie zu gründen, sei damals nicht der Plan gewesen, sagt die 53-Jährige. Sie hätten aber immer Visitenkarten mitgenommen, wenn sie einen Künstler aufsuchten, was dann beim Aufbau der Galerie geholfen habe. Angefangen habe sie mit den Kunstobjekten. "Nach und nach ist das gewachsen, dann kam ein Freisinger Maler und hat gefragt, ob er seine Bilder hier aufhängen darf", erzählt Kurth.

In der Galerie kann Kurth ihre Faszination für Griechenland ausleben. Nein, leben könne sie vom Verkauf der Produkte nicht, sagt die frühere Zahnarzthelferin. Ohne den Job ihres Mannes, der als Kommunikationstrainer selbständig ist, wäre die Galerie nicht finanzierbar, sagt sie. Den Job als Galeristin hat Kurth nicht gelernt, sie ist weder Einzelhandelsverkäuferin noch Sommelière. Was sie aber mitbringt, ist viele Erfahrung und Zusicherung, dass die Ware direkt vom Hersteller kommt. Und dennoch lerne sie tagtäglich dazu, sagt Kurth, vor allem, wenn Kunden ihr Fragen stellten. "Gibt es vegane Weine? Was sind das für Edelsteine? Das muss ich recherchieren."

Gewinn hin oder her, Simone Kurth scheint mit ihrer Galerie zufrieden zu sein. Das zeigt sich daran, dass sie in der Zwischenzeit in größere Räume gezogen ist. Vor dem Umzug an den jetzigen Standort habe sie nämlich nur halb so viel Platz gehabt, sagt sie. Über den größeren Freiraum dürfte sich auch Bella freuen.

Die süditalienische Hündin wird auf der Website als Mitarbeiterin "im Bereich sales assistance, security management und escort service" vorgestellt. "Das ist halt nett, sie ist ja auch immer da", begründet Kurth dies. Entsprechend sitzt Bella, aufmerksam die Kunden beobachtend, hinter dem Bürotisch am hinteren Ende der Galerie. Die Hündin sei oft Gesprächsthema bei Kunden, sagt Kurth.

Auch die Künstler kämen gerne, manche hätten schon vier oder fünf Mal ausgestellt. Die derzeitige Ausstellung von Michael Likan wird am Samstag, 29. Juni, offiziell mit einer Vernissage eröffnet, der Titel lautet "Begegnungen".