Erdinger Volksfest Gelungener Start fürs Herbstfest

Die Mischung stimmt: Die Ansiedlung des Erdinger Volksfests zwischen Tradition und Moderne entpuppt sich als Erfolgsrezept. Denn Schausteller, Politiker und sogar die Polizei sind hochzufrieden. Die Zerstörungswut mancher Besucher aber bleibt - und hat sich einfach verlagert.

Von Antonia Steiger

Die Probleme sind überschaubar, das Wetter ist prächtig: Die Bilanz nach dem ersten Herbstfest-Wochenende fällt positiv aus. Bei der Besprechung der Schausteller regte sich kaum Kritik. Im Gegenteil: Schausteller und Polizei lobten die Stadtpolitik für ihre Bemühungen. Anton Altmann, Leiter der Polizeiinspektion Erding, bezeichnete das Schnapsverbot auf dem Festplatz und in der Umgebung als richtige Maßnahme.

Zwischen Tradition und Moderne: Nach dem ersten Wochenende des Erdinger Herbstfests ziehen alle Beteiligten eine positive Bilanz.

(Foto: Bauersachs)

Ganz sicher war man sich unter den Schaustellern nicht, als der neue Volksfestausschuss mit dem neuen Bürgermeister 2008 an die Arbeit gegangen war. Es gebe Kommunen, in denen neue Ausschüsse die Volksfeste in den Graben fahren würden, sagte Wenzel Bradac, Präsident der bayerischen Schausteller. In Erding sei das aber nicht der Fall, sogar den Abschied des "Volksfest-Bürgermeisters" Fritz Steinberger habe man verkraftet. Bradac stellte Erding daher nun in Aussicht, dass der Schaustellerverband 2014 eine Präsidiumssitzung in der Stadthalle abhalten wolle. Nicht nur als Anerkennung, sondern auch weil der Verband in der Metropole München nicht genügend Aufmerksamkeit erregen würde.

Zwischen Tradition und Moderne sei das Volksfest angesiedelt, konkretisierte Gotz die Haltung des Stadtrates. Daher habe die Stadt die Zugänge zum Festplatz modernisiert, das gefällt auch den Schaustellern. Ebenso tadellos arbeite der Bauhof, sagte Dieter Rilke, Sprecher der Schausteller. Er fand aber auch Grund zu Klage: Die den Schaustellern vorbehaltenen Parkplätze würden von nicht befugten Autofahrern belegt, und der Sicherheitsdienst sei seiner Ansicht nach nicht präsent genug, sagte Rilke. Diesen Vorwürfen wohnt jedoch nur geringes Konfliktpotential inne. Unter allgemeinem Gelächter parierte Gotz Rilkes Worten mit der Bitte an den Sicherheitsdienst "No More Crime" (NMC), bei den Rundgängen bei Rilke anzuklopfen.

Eine "ganz normale Wiesn" ist das Herbstfest laut Gotz in diesem Jahr - im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als die Stadt ihr 70. Herbstfest unter anderem mit einem Blumenkorso gefeiert hatte. Die Besucherzahlen stellen Wirte und Schausteller trotzdem hochzufrieden. Am Ende der Woche können man vermutlich wieder sagen, "Erding hat sich gelohnt", sagte Bradac.

Auch die Zwischenbilanz der Polizei nimmt sich gut aus: Ein paar Handgreiflichkeiten hätte man registriert, sagte der Inspektionsleiter Altmann. Drei Randalierer, die Platzverbot haben und sich trotzdem auf dem Festplatz haben blicken lassen, seien in Arrest genommen worden. Zwei betrunkenen Autofahrern habe man den Führerschein abnehmen müssen. Den Alkoholmissbrauch hatte Gotz zuvor bereits als gesellschaftliches Problem bezeichnet, das sich nicht auf Erding beschränke. Mit dem Schnapsverbot habe Erding Aufsehen erregt, sagte er. "Andere Kommunen werden nachziehen." Ihrer Zerstörungswut lassen die Volksfestbesucher nun jedoch an anderer Stelle freien Lauf: Sieben Laternen alleine in der Anton-Bruckner-Straße sind laut Gotz stark beschädigt worden.

In den nächsten Tagen wird man auch den Falschparkern zu Leibe rücken, die den Schaustellern den Platz wegnehmen, das versprach Markus Böhm vom Sozialverband Deutschland, in dessen Händen die Überwachung der Parkplätze liegt. Es ist eng auf dem Parkplatz, auch weil die Wohnwagen immer größer werden. Die Schausteller mögen in diesem Punkt Maß halten, bat Gotz. Wenn der Platz nicht mehr ausreiche, müssten einige mit ihren Wohnwagen ausweichen - was weder er noch Rilke erstrebenswert finden.