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Erding/Dorfen/Taufkirchen:Man wird bescheiden

Abstand halten, das heißt es am Sprungturm im Waldbad Taufkirchen schon immer.

(Foto: Renate Schmidt)

Die drei Freibäder im Landkreis ziehen nach diesem besonderen Sommer eine positive Bilanz. Die meisten Gäste kamen nach Taufkirchen, darunter auch viele Auswärtige aus München und Umgebung

Von Dan Urner, Erding/Dorfen/Taufkirchen

Später als üblich sind die Freibäder des Landkreises Erding in diesem Jahr in die Sommersaison gestartet. Begleitet wurde die Öffnung durch Hygienekonzepte, um einen Corona-konformen Badespaß zu ermöglichen. Die Verantwortlichen in Erding, Dorfen und Taufkirchen ziehen trotz allem ein überwiegend positives Fazit. Angesichts der Corona-Zeit zeigte man sich insgesamt zufrieden. Die meisten Besucher verzeichnete das Waldbad Taufkirchen.

"Wir sind froh, dass wir das Freibad überhaupt öffnen konnten", resümiert Robert Maier, der bei den Stadtwerken Erding dem Bereich Freizeitanlagen vorsteht. Die vergangene Saison des Freibades Erding sei nichtsdestoweniger eine große finanzielle Belastung gewesen, die in Zukunft nicht immer zu stemmen sei. Insgesamt seien 45 000 Gäste verzeichnet worden. "In der Regel sind es 80 000. Das ist schon ein deutlicher Rückgang." Das Erdinger Freibad öffnete am 10. Juni seine Pforten. Danach seien im Juni nur wenige Besucher gekommen, "auch wegen des schlechten Wetters". Die stärksten Monate waren der Juli und der August mit je etwa 19 000 Badegästen, wie Maier aufzeigt.

Die Corona-Auflagen sahen maximal 1000 Besucher gleichzeitig im Bad vor. "Teilweise waren wir auch voll", sagt der Bereichsleiter. Die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln habe meist reibungslos funktioniert. Mittlerweile hat in Erding die Hallenbadsaison begonnen, am Samstag ging es los. Im Hallenbad sind nur 245 Badegäste gleichzeitig gestattet. Maier erwartet daher auch für die Herbst- und Wintersaison finanzielle Einbußen. Das Dorfener Freibad öffnete am 11. Juni. Michaela Hoffmann zieht eine positive Bilanz des Sommers, verhehlt aber nicht die Einbußen: Im Verhältnis zur Vorsaison seien die Besucherzahlen in Dorfen nicht gut gewesen. Die Besucherzahl lag bei 37 039, 2019 waren es 58 486 Badegäste, wie Gudrun Gersbach von der Stadt Dorfen konkretisiert. Aufgrund der geringen Größe des Bades waren laut Hygienekonzept gleichzeitig lediglich 350 Badegäste zugelassen. "Die meisten Gäste hatten wir Ende Juli, Anfang August", erzählt Hoffmann. Gersbach gibt an, die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln habe gut funktioniert.

Das Waldbad Taufkirchen war mit etwa 61 000 Badegästen das am stärksten frequentierte Freibad im Landkreis. Im Vorjahr waren es gar rund 100 000 gewesen. Taufkirchens Bürgermeister Stefan Haberl zeigt sich trotz des beträchtlichen Rückgangs zufrieden mit der Saison, die indessen weiter andauert - das Nichtschwimmerbecken ist noch für einige Tage geöffnet. "Das war ein zahlenmäßig durchwachsener Sommer, aber insgesamt sehr zufriedenstellend. Wir sind froh, dass das Waldbad öffnen konnte - ein Sommer ohne Freibad geht nicht", sagt Haberl. Die gesunkene Besucherzahl hänge primär mit dem verspäteten Saisonstart - das Waldbad öffnete erst am 8. Juni und damit "etwa fünf Wochen später als normal" - und der ausbleibenden Hitzetagen zusammen. Unmittelbar nach der Öffnung sei der Andrang aufgrund der Witterung zunächst überschaubar gewesen. "Wir sind sogar froh, dass es so langsam losging. So konnten wir die Hygienemaßnahmen erproben", so Haberl. Zu den Auflagen gehörte etwa die Maskenpflicht beim Ein- und Ausgang, weiterhin durften sich nicht mehr als 1600 Gäste zeitgleich im Bad aufhalten. Diese Kapazität habe immer ausgereicht, "wir haben niemandem den Eintritt verwehren müssen". Haberls Beobachtung: "Es kamen in diesem Jahr viele Auswärtige, aus München und anderen Landkreisen."

© SZ vom 01.10.2020

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