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Energiegewinnung:Zehn Hektar Solarmodule

Aus dem Bürgersolarpark am Lärmschutzwall der A 92 ist nichts geworden. Jetzt soll es ein ähnliches Projekt geben: Die Echinger Firma "OneSolar" will an der Neufahrner Gegenkurve eine zehn Hektar große Freiflächen-Photovoltaik-Anlage errichten und dabei mit der Bürger-Energie-Genossenschaft Freisinger Land zusammenarbeiten. Der Bauausschuss hat bereits grünes Licht für die nötige Änderung des Flächennutzungsplanes und eine Sondergebietsausweisung per Bebauungsplan gegeben. Stimmt auch der Gemeinderat zu, könnte die Anlage innerhalb von zwei Wochen auf Stahlfundamenten errichtet werden.

Mehr als elf Millionen Kilowattstunden Sonnenstrom pro Jahr könnten erzeugt werden, das entspricht dem rechnerischen Bedarf von 12 600 Menschen oder 3150 Haushalten. Es wäre auch ein großer Schritt in Richtung kommunale Energiewende, betonte Umweltreferent Florian Pflügler (ÖDP): "Wir kämen von 50 Prozent auf zwei Drittel regenerative Energieabdeckung". Pro Jahr würden mehr als 6200 Tonnen Kohlendioxid und weitere klima- und gesundheitsschädliche Abgase vermieden, betont "OneSolar". Die Firma verweist auch auf die Gewerbesteuer: Insgesamt zwei Millionen Euro stellt sie für die nächsten 20 Jahre in Aussicht. Der Standort scheint geeignet: Die gut zehn Hektar große Fläche wird von mehreren Seiten eingegrenzt durch die Bahnlinie München-Regensburg, die neue Bahnspange zum Flughafen und die Autobahn A 92. Es sei eine Art "Verkehrsinselsituation", stellte Bauamtsleiter Michael Schöfer fest, was den Vorgaben der Landesplanung entspricht. Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen sollen möglichst auf "vorbelasteten Flächen entlang von Hauptverkehrsachsen genutzt" werden.

Vielleicht wird die Anlage sogar noch um einiges größer. Im Gespräch ist eine denkbare Erweiterung über die Spange hinaus nach Osten. In diesem Fall kämen noch einmal 2,2 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr dazu - das entspräche dem Bedarf von weiteren 2500 Bürgern oder 630 Haushalten. Der frühere Plan für den Solarpark am Lärmschutzwall der A 92 im Neufahrner Norden war vor allem daran gescheitert, dass die Montage der Module am Hang sehr teuer gewesen wäre, wie Umweltreferent Florian Pflügler erklärt. Außerdem gibt es am Autobahnwall offenbar streng geschützte Zauneidechsen. Wegen der Kosten wurde das Vorhaben dann aber ohnehin nicht mehr weiter verfolgt.