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Englschalking:Weg frei für die Passanten

Strom-Mast in der Gehbahn wird nun doch an die Seite versetzt

Die Holzmasten kommen weg. Für Fußgänger, die auf der Brodersenstraße zum S-Bahnhof oder von dort nach Hause unterwegs sind, ist das eine gute Nachricht, denn der Gehweg ist an dieser Stelle ohnehin nur eineinhalb Meter breit. Bisher wird er von einem hölzernen Doppelmast der Stadtwerke München (SWM) zusätzlich verschmälert. Der Mast hatte der Feuerwehrzufahrt einer neuen Wohnanlage weichen müssen, die Stadtwerke versetzten ihn auf den Gehweg, exakt an die Grenze von öffentlichem Grund und Privatgrund, wie ein Sprecher betonte. Allerdings verläuft diese Grenze nicht am Rand des Gehwegs, sondern 25 Zentimeter davon entfernt, also mitten auf dem stark frequentierten Fußgängerstreifen.

Über die Engstelle regten sich nicht nur Anwohner auf ("absonderliche, verkehrsgefährdende Planung"), sondern auch der Bezirksausschuss (BA) Bogenhausen ("Schildbürgerstreich"). Die Stadtwerke lehnten eine Änderung aber kategorisch ab: "Der Mast wird seitens SWM nicht mehr versetzt."

Das war im Sommer 2018. Anfang 2019 erreichte den Bezirksausschuss dann ein Brief des Baureferats. Er erklärt ausführlich, dass der Gehweg an der Nordseite der Brodersenstraße nur provisorisch angelegt ist und langfristig auf 1,75 Meter verbreitert werden soll, dass die Südseite der Straße aber zum Teil auf Privatgrund liegt und das Kommunalreferat diesen Streifen vor dem endgültigen Ausbau erst noch kaufen muss.

Gegen Ende des zweiseitigen Schreibens heißt es dann noch lakonisch, im Übrigen habe die Baufirma einen Fehler gemacht, daher "steht der Strommast der Stadtwerke München derzeit in der Gehbahn". Der Eigentümer der neuen Wohnanlage und die SWM hätten aber inzwischen vereinbart, "dass der Holzmast, wie gewünscht, auf den Privatgrund des Investors versetzt wird". Spätestens Ende Juni soll es soweit sein.

© SZ vom 26.03.2019 / ust

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