Englischer Garten Stadt lehnt schmälere Bustrasse ab

Der Vorschlag der CSU, die Bustrasse durch den Englischen Garten zu verschmälern, ist im Münchner Rathaus und bei Verkehrsinitiativen klar durchgefallen. Weder Oberbürgermeister Dieter Reiter noch SPD-Fraktionschef Alexander Reissl sehen die Idee als ernst zu nehmenden Beitrag in der Debatte. Es sei deutlich erkennbar, was die CSU bezwecke: die Debatte um den Bau einer Tramlinie durch den Englischen Garten zu beenden. Die Rathaus-SPD hält jedoch an der geplanten Nordtangente fest, die eine direkte Verbindung zwischen Schwabing und Bogenhausen bieten würde. Eine aktuelle Initiative für den Bau der Strecke sei allerdings derzeit nicht geplant, so Reiter. Man müsse akzeptieren, dass der Park in der Obhut des Freistaats steht.

Auch Verkehrsinitiativen warnen davor, die Trampläne zu den Akten zu legen. In den Augen von Andreas Nagel von der Aktion Münchner Fahrgäste ist der Vorstoß von Finanzminister Markus Söder "eine völlige Schnapsidee". Zwar wolle auch der Fahrgastverband keine Busse mehr im Englischen Garten haben. "Aber natürlich nur, wenn sie durch umweltschonende Trambahnen ersetzt werden." Berthold Maier vom Arbeitskreis Attraktiver Nahverkehr hält das Rasengleis der Tram für die sinnvollste Aufwertung des Englischen Gartens. Die begrünten Schienen sähen nicht nur besser aus. Sie ermöglichten auch - anders als eine verschmälerte Bustrasse - die uneingeschränkte Durchquerung des Parks mit Rettungsfahrzeugen. Zudem dürften die enormen verkehrlichen Verbesserungen nicht vergessen werden, die eine Tram-Tangente böte.

Söder und Kultusminister Ludwig Spaenle haben am Montag vorgeschlagen, die seit den Dreißigerjahren bestehende Bustrasse zu verschmälern und "naturnah zu gestalten" - sie soll kurviger werden als bisher. Damit werde das Erscheinungsbild des Parks verbessert.