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Einsparungen:Im Klinikum bleibt die Küche kalt

Krankenhaus Kantine

Künftig soll das Essen für das Stadtklinikum von einer Fremdfirma kommen. (Im Bild die Kantine eines Hamburger Krankenhauses)

(Foto: picture-alliance / dpa)
  • Das Stadtklinikum ist finanziell schwer angeschlagen - jetzt sollen die Kosten für die Verpflegung der Kranken sinken. Künftig sollen private Firmen die Patienten verköstigen.
  • Insgesamt sollen 400 Stellen gestrichen werden.
  • Allerdings: Das strenge EU-Recht könnte die Pläne zunichte machen.

Das finanziell angeschlagene Stadtklinikum will sich künftig von Privatfirmen mit Essen beliefern lassen. Das überarbeitete Sanierungskonzept sieht vor, die bislang noch hauseigenen Küchen an sämtlichen Standorten zu schließen und stattdessen Externe zu beauftragen. Betroffen sind etwa 180 Mitarbeiter; dazu kommen zahlreiche Pförtner, Boten und Hausmeister, deren Aufgaben Klinik-Chef Axel Fischer ebenfalls fremdvergeben will.

Im Rathaus gibt es Überlegungen, insgesamt bis zu 400 Mitarbeiter, deren Stellen eingespart werden sollen, auf Kosten der Stadt weiterzubilden und in andere Jobs in der Verwaltung oder im Klinikum weiterzuvermitteln. Das klappt allerdings nur, wenn die EU ihre bislang sehr strikten Vorgaben für kommunale Zuschüsse lockert. Erste Anzeichen dafür gibt es.

Personal und Kosten einsparen

Mit der Fremdvergabe will die Klinik ihre Personalkosten reduzieren. Sie ist Teil eines bereits vom Stadtrat abgesegneten Plans, beinahe jeden vierten Arbeitsplatz in dem kommunalen Unternehmen einzusparen. Statt der derzeit knapp 6400 Vollzeitstellen soll es nur noch 4900 geben. Am Mittwoch kommender Woche will der Stadtrat nun das detaillierte und überarbeitete Sanierungskonzept diskutieren.

In die Sparliste neu aufgenommen wurden Küchen und Hausdienste, da sie nicht als Teil des Kerngeschäfts gelten. Vor allem das Kochen im eigenen Haus würde in den kommenden Jahren hohe Kosten verursachen: Die Küchen müssten für 16 Millionen Euro modernisiert werden.

Das Rathaus will Kündigungen vermeiden

Nach SZ-Informationen gehen die Klinik-Experten davon aus, den Stellenabbau zu etwa drei Vierteln über die natürliche Fluktuation zu meistern, also über Ruhestand, das Auslaufen befristeter Verträge und freiwillige Kündigungen. Für bis zu 400 Vollzeitstellen muss eine andere Lösung gefunden werden - darunter fallen unter anderem das Küchenpersonal und die Hausdienste.

Da die Rathaus-Mehrheit betriebsbedingte Kündigungen vermeiden will, gibt es den Plan einer "Qualifizierungseinheit", die zur Entlastung des Klinik-Etats aus dem städtischen Haushalt finanziert werden soll und einen hohen zweistelligen Millionenbetrag kosten könnte.

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