Das SWM-Labor testet auch das Wasser aller städtischen Bäder und von Badeseen. Privatleute können ebenfalls Proben bringen. Mieter haben laut Trinkwasserverordnung das Recht, einmal im Jahr Auskunft über die Qualität ihres Leitungswassers zu erhalten, Vermieter müssen den Test zahlen. Die Stadtwerke kontrollieren das Wasser nämlich nur bis zum Hauseingang, für die Hausinstallationen sind die Besitzer zuständig.

Probleme können entstehen, wenn alte Hausleitungen oder billige Armaturen Schwermetalle abgeben oder das Wasser zu lange in der Leitung steht. Thelen empfiehlt, das kalte Wasser aus dem Hahn so lange laufen zu lassen, bis es spürbar kälter wird. Das sei keine Verschwendung, sondern sinnvoll, um nicht abgestandenes Wasser zu trinken. Zugleich werde so verhindert, dass Legionellen entstehen. Die Wasserkeime vermehren sich, wenn zu wenig und vor allem zu wenig heißes Wasser durch die Leitung fließt. Thelen rät auch, ab und an die Siebe in den Wasserhähnen zu reinigen, "so haben Sie immer beste Trinkwasserqualität". Wasser sei das "best-überwachte Lebensmittel", es schmecke besser und sei noch dazu viel billiger als Mineralwasser, das bereits Wochen vor Verzehr in Flaschen abgefüllt wurde. Selbst das günstigste Discounterwasser kostet aktuell 77-mal so viel wie Münchner Leitungswasser.

Bild: Florian Peljak 12. Oktober 2017, 13:072017-10-12 13:07:58 © SZ vom 09.10.2017/vewo