Welchen Weg nimmt das Wasser?

Wie die Hangquellen funktioniert auch die Grundwasserfassung Reisach noch genauso wie 1912, als sie in Betrieb genommen wurde. Blickt man den gefliesten Schacht hinab, könnte man ihn für einen Whirlpool halten. In das kreisrunde Becken mit etwa acht Meter Durchmesser münden vier Einspeisekanäle, zwei Abflüsse gehen ab. Mit Plattenschiebern an schweren Ketten lassen sich Zu- und Abflüsse je nach Bedarf regeln - früher machte man das per Hand, heute per Knopfdruck. Durch jeden Kanal strömen etwa 1200 Liter Wasser pro Sekunde und erzeugen ein konstantes lautes Rauschen. Eine Glaskuppel über dem Becken soll das Wasser schützen. 80 Prozent des Münchner Trinkwassers stammt aus dem Mangfalltal, der Rest wird im Loisachtal und in der Münchner Schotterebene gewonnen. Auch wenn Münchens Einwohnerzahl heute rasant wächst, wird nur halb so viel Wasser entnommen, wie neu nachgebildet wird.

Bild: Florian Peljak 12. Oktober 2017, 13:072017-10-12 13:07:58 © SZ vom 09.10.2017/vewo